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CodexMythologia
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Porträt von Hypnos, griechische Gottheit
Griechisch

Hypnos

Gott des Schlafes

Bereich
Schlaf, Ruhe und Träume
Ausrichtung
Neutral
Element
Dunkelheit
Relikt
Horn des Schlafs
Mit Hypnos sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

01

In Kürze

Hypnos (altgriechisch Ὕπνος) ist die göttliche Personifikation des stillen Schlafes, der erholsamen Ruhe des Geistes und der wohltuenden Linderung körperlicher Mühsal im antiken Griechenland. Als urzeitlicher Nachkomme, den Nyx (die Nacht) ohne Zutun eines Mannes hervorbrachte, ist er der Zwillingsbruder des Thanatos (des unausweichlichen Todes). Während sein Bruder die plötzliche und endgültige Trennung des Lebensatems verkörpert, erscheint Hypnos in der hesiodischen und homerischen Dichtung als sanfte, liebliche und wohlwollende Macht, die lautlos über die bewohnte Erde und das weite Meer zieht, um über alle Lebewesen den Balsam der Stille zu gießen. Seine Macht war allumfassend und reichte über die olympische Ordnung hinaus: In der berühmten Episode der „Täuschung des Zeus“ (Dios Apate) im 14. Gesang der Ilias sucht Hera auf der Insel Lemnos Hypnos auf, spricht ihn ehrfürchtig als „Herrn aller Götter und Herrscher über alle Sterblichen“ an und überredet ihn mit dem Versprechen der Ehe mit der jungen Charis Pasithea, den König des Donners auf dem Ida in Schlaf zu versenken, während die Griechen den trojanischen Vormarsch an der Küste aufhalten. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Thanatos übernimmt Hypnos im 16. Gesang desselben Epos eine Aufgabe von großer Würde: Er nimmt von Apollon den gesalbten Leichnam des Sarpedon entgegen, des Königs von Lykien und geliebten sterblichen Sohnes des Zeus, der im Kampf fiel, und die beiden geflügelten Brüder tragen den Helden durch die Lüfte in seine Heimat, damit er dort ein würdiges Begräbnis erhält.

02

Das Volk

Volk
Alte Griechen
Region
Griechenland und Mittelmeerraum
Zeitraum
8. Jh. v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.

Die olympischen Götter wurden von den Stadtstaaten des antiken Griechenlands verehrt, von Athen bis Sparta, die ihnen Tempel wie den Parthenon errichteten. Sie herrschten vom Gipfel des Olymp aus, lenkten jeden Lebensbereich und wurden bei Festen wie den Olympischen Spielen gefeiert. Homer und Hesiod hielten ihre Mythen fest, die die gesamte abendländische Kultur prägten.

Die Olympischen Spiele fanden alle vier Jahre zu Ehren des Zeus statt, und die Panathenäen feierten Atena in Athen. Die Mysterien von Eleusis weihten die Gläubigen in die Geheimnisse von Demeter und Persephone ein, während Menschenmengen das Orakel des Apollon in Delphi befragten.

Name und Originalsprache

Der griechische Gottesname Hýpnos (Ὕπνος) geht unmittelbar auf die indogermanische Wurzel swep-no- (Nebenform sup-no-) zurück, deren ursprüngliche Bedeutung „einschlafen“, „Schlaf“ oder „körperliche Ruhe“ ist.

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Belegte Beinamen

Pandamator Der Alles Bezwingende oder Bezwinger aller Dinge, der auf seine unbesiegbare Macht anspielt, die Augen von Tieren, Menschen und Göttern zu schließen. Homer, Ilias (14. Gesang, V. 233); Homerische Hymnen.

In den antiken Quellen

Theogonie (Hesiod), um 700 v. Chr.. Begründet seine archaische Abstammung aus der Urzeit und stellt die Sanftheit des Hypnos der Härte des Thanatos gegenüber. Ilias (Homer), 8. Jahrhundert v. Chr..

Die Mythen

Heras Bündnis auf Lemnos und der Schlummer des Zeus auf dem Ida. Wie Homer im 14. Gesang der Ilias erzählt, suchte die Göttin Hera den Verlauf des Krieges um Troja zugunsten der Achaier zu wenden, und sie stieg vom Olym…

Kult und Archäologie

Der förmliche Kult des Hypnos war nicht in großen, eigenständigen städtischen Tempeln organisiert, sondern in religiöse Zentren der Heilung und der medizinischen Weissagung verschiedener Regionen Griechenlands eingebund…

Ikonografie

In der archaischen und klassischen griechischen Vasenmalerei, besonders bekannt durch den Krater des Euphronios (um 515 v.

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Heilige Symbole

Die Flügel an den Schläfen, der Mohn, das Horn und der Zweig des Schlafes

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Familie und Genealogie

Eltern
Nyx (primordial Night, who bore him parthenogenetically without male seed in Hesiod's Theogony; with Erebus in Roman mythography)
Geschwister
Thanatos (his twin brother, peaceful death), the Oneiroi (prophetic dreams), the Moirai, Nemesis, Geras, and Eris
Verbindungen
Pasithea (one of the younger Charites, goddess of grace and luminous repose, promised by Hera in the Iliad)
Kinder
The Oneiroi (according to Ovid's tradition in the Metamorphoses: Morpheus, shaper of human forms in dreams; Icelos or Phobetor, master of beasts; and Phantasos, crafter of inanimate objects)

Hesíodo, Teogonia (vv. 211–212, 756–766); Homero, Ilíada (XIV.231–360, XVI.667–683); Hinos Órficos (Hino LXXXV a Hipnos); Pausânias, Descrição da Grécia (II.10.2, V.18.1); Ovídio, Metamorfoses (XI.592–649); Walter Burkert, Greek Religion (1985); Karl Kerényi, The Gods of the Greeks (1951); Timothy Gantz, Early Greek Myth (1993)

Debatten und Grenzen der Quellen

Die Eigenständigkeit des Hypnos gegenüber Morpheus und den Oneiroi. Gelehrte der klassischen Philologie untersuchen den Wandel von der archaischen griechischen Gestalt des Hypnos, der bei Homer und Hesiod unmittelbar mi…

Spätere Rezeption

Hypnos hat eine reiche dichterische und bildliche Überlieferung von der Antike bis zur Romantik inspiriert und wurde von Dichtern wie John Keats in seinem Sonett To Sleep gefeiert, ebenso von elisabethanischen Dramatike…

Belegte Besonderheiten

In Pausanias' Beschreibung der Kypselos-Lade in Olympia, die im 6. Jahrhundert v. Chr. entstand, war die Nyx aus Zedernholz und Elfenbein geschnitzt und hielt in jedem Arm ein neugeborenes Kind: Die hellhäutige Gestalt…

Reliquien der Macht

Horn des Schlafs Das Horn, aus dem die Flüssigkeit des Schlafes fließt, die Sterbliche, Helden und sogar Götter in den Schlaf wiegen kann. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • Hesiod aus Askra, Theogonie (Verse 211–212 und 756–766: Geburt des Hypnos und sein Wohnsitz im Tartaros neben Thanatos). Versübersetzung des griechischen Textes von Christian Werner (Editora Hedra, São Paulo).
  • Homer, Ilias (Gesang XIV, Verse 231–360: der Schlaf des Zeus; Gesang XVI, Verse 667–683: die Überführung des Sarpedon). Poetische Übersetzung des homerischen Epos von Frederico Lourenço (Editora Companhia das Letras).
  • Pausanias der Perieget, Beschreibung Griechenlands (Buch II, 10.2: Statue in Sikyon; Buch V, 18.1: die Lade des Kypselos in Olympia). Kommentierte Ausgabe mit historischem Apparat von W. H. S. Jones (Loeb Classical Library, Harvard University).
  • Ovid, Metamorphosen (Buch XI, Verse 592–649: die Beschreibung der Höhle des Schlafes und seiner Diener). Metamorphoses, übersetzt von Frank Justus Miller (Loeb Classical Library, Harvard University Press).

Studien und Literatur

  • Karl Kerényi, The Gods of the Greeks. Thames and Hudson, 1951.
  • Walter Burkert, Greek Religion: Archaic and Classical. Harvard University Press, 1985.
  • Timothy Gantz, Early Greek Myth: A Guide to Literary and Artistic Sources. Johns Hopkins University Press, 1993.
  • Emma Stafford, Worshipping Virtues: Personification and the Divine in Ancient Greece. Classical Press of Wales / Duckworth, 2000.