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CodexMythologia
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Porträt von Iris, griechische Gottheit
Griechisch

Iris

Die Botin des Regenbogens

Bereich
Regenbogen, Botschaften und Himmel
Ausrichtung
Neutral und gut
Element
Luft
Relikt
Brücke des Regenbogens
Mit Iris sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

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In Kürze

Iris (altgriechisch Ἶρις) ist die strahlende, schnellfüßige Göttin, die den Regenbogen verkörpert und in der klassischen griechischen Mythologie als eilige Botin der Götter wirkt. Als Tochter des Meeresgottes Thaumas („der Wundersame“) und der Okeanide Elektra („die Leuchtende“) ist sie die leibliche Schwester der stürmischen Harpyien. Nach der archaischen dichterischen Kosmologie ist der vielfarbige Bogen, der nach einem Unwetter am Himmel erscheint, die lebendige, leuchtende Brücke, auf der Iris rasch von den Gipfeln des Himmels herabsteigt, um die Erde zu berühren oder in die Tiefen des Meeres zu tauchen. Dabei überbringt sie den unumstößlichen Willen des Zeus und vor allem die geheimen Befehle der Hera, deren unzertrennliche Gefährtin und treue Dienerin sie ist. Anders als Hermes, der vor allem als Seelenführer (Psychopompos) und Vermittler auf den Straßen und in den Geschäften der Menschen wirkt, ist Iris die reine Botin des Luftraums; in der Ilias wird sie durch berühmte homerische Epitheta gekennzeichnet, „windfüßig“ (podēnemos ōkea) und „goldgeflügelt“ (chrysopteros). In der Epik um Troja ist ihr Eingreifen ununterbrochen und unermüdlich: Sie warnt die trojanischen Anführer vor den Vorstößen der Achaier, führt die verwundete Aphrodite im Wagen des Ares aus der Schlacht, überbringt Achilleus die Mahnung, den Leichnam des Patroklos zurückzuholen, und taucht in den dunklen Meeresgrund, um die Nymphe Thetis vor Zeus zu rufen. Neben ihrer Rolle als Herold weist ihr die Theogonie Hesiods eine rituelle kosmische Funktion von höchstem Gewicht zu: Kommt es unter den olympischen Göttern zu Streit oder zum Verdacht eines Meineids, erhält Iris von Zeus den Auftrag, in die Unterwelt zu fliegen und mit einem goldenen Krug (hydria) das eisige, unverletzliche Wasser des Flusses Styx zu holen, bei dem die unsterblichen Götter ihre furchtbarsten Eide leisten, bei Strafe eines neunjährigen, betäubten Starrkrampfs.

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Das Volk

Volk
Alte Griechen
Region
Griechenland und Mittelmeerraum
Zeitraum
8. Jh. v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.

Die olympischen Götter wurden von den Stadtstaaten des antiken Griechenlands verehrt, von Athen bis Sparta, die ihnen Tempel wie den Parthenon errichteten. Sie herrschten vom Gipfel des Olymp aus, lenkten jeden Lebensbereich und wurden bei Festen wie den Olympischen Spielen gefeiert. Homer und Hesiod hielten ihre Mythen fest, die die gesamte abendländische Kultur prägten.

Die Olympischen Spiele fanden alle vier Jahre zu Ehren des Zeus statt, und die Panathenäen feierten Atena in Athen. Die Mysterien von Eleusis weihten die Gläubigen in die Geheimnisse von Demeter und Persephone ein, während Menschenmengen das Orakel des Apollon in Delphi befragten.

Name und Originalsprache

Der griechische Theonym Ἶris (Ἶρις im Nominativ; Stamm Irid- / Ἴριδ- im Genitiv Ἴριδος) wird von historischen Sprachwissenschaftlern und Philologen auf die indogermanische Wurzel u̯ei- („biegen“, „krümmen“, „winden“ ode…

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Belegte Beinamen

Chrysópteros Goldgeflügelt oder mit goldenen Flügeln, was den leuchtenden Glanz ihres Gefieders im schnellen Flug hervorhebt. Homer, Ilias (Gesang VIII, V. 398); Aristophanes, Die Vögel (V. 574).

In den antiken Quellen

Theogonie (Hesiod), Um 700 v. Chr.. Belegt die urzeitliche Abstammung der Iris und die feierliche kosmische Liturgie des göttlichen Eides bei den unterirdischen Wassern. Ilias (Homer), 8. Jahrhundert v. Chr..

Die Mythen

Die Reise in den Abgrund des Tartaros und der goldene Krug des Styx. Wie Hesiods Theogonie in feierlichen Versen erzählt, vertraute Zeus Iris immer dann eine Aufgabe an, wenn Lüge oder der Verdacht auf Meineid unter den…

Kult und Archäologie

Anders als Gottheiten mit großen städtischen Priesterämtern wie Hera oder Poseidon fand der Kult der Iris seinen Ausdruck nicht in monumentalen Tempeln im Herzen der griechischen Akropolen, sondern in schlichten Andacht…

Ikonografie

Die klassische Ikonographie der Iris entfaltete sich in der Vasenmalerei attischer Schwarz- und Rotfigurigkeit der Jahrhunderte VI und V v. Chr. sowie in der großen öffentlichen Architekturskulptur.

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Heilige Symbole

Der Regenbogen, die Flügel, der Caduceus und der Wasserkrug

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Familie und Genealogie

Eltern
Thaumas (marine god of aquatic wonders, son of Pontus and Gaia) and Electra (Oceanid of amber gleams, daughter of Oceanus and Tethys)
Geschwister
The storm Harpies (Aello the squall and Ocypete the swift-winged in Hesiod; Podarge in Homer) and, in late accounts, Arke (messenger of the Titans)
Verbindungen
Zephyrus (god of the western spring breeze, celebrated in lyric poetry and Plutarch as her noble consort)
Kinder
Pothos (personification of passionate longing and erotic yearning, according to verses attributed to Alcaeus and Nonnus's Dionysiaca)

Hesíodo, Teogonia (vv. 265–269, 780–806); Homero, Ilíada (II.786–806, III.121–138, V.353–369, VIII.397–425, XVIII.165–202, XXIV.77–96, 143–188); Apolônio de Rodes, Argonáuticas (II.284–300); Calímaco, Hino IV a Delos (vv. 215–235); Pausânias, Descrição da Grécia (V.11.2); Ovídio, Metamorfoses (XI.585–632); Timothy Gantz, Early Greek Myth (1993); Karl Kerényi, The Gods of the Greeks (1951)

Debatten und Grenzen der Quellen

Die funktionale Konkurrenz zwischen Iris und Hermes in der archaischen Epik. Fachleute für homerische Literatur und vergleichende Religionswissenschaft, etwa Martin L.

Spätere Rezeption

In der Renaissance und im elisabethanischen Theater erscheint Iris prominent im Stück Der Sturm von William Shakespeare, wo sie als prächtige Theatermaske auftritt, die der Zauberer Prospero beschwört, um die Hochzeit v…

Belegte Besonderheiten

Im XVIII. Gesang der Odyssee (V. 1 bis 7) berichtet Homer mit feiner Ironie, dass der träge Bettler von Ithaka, dessen Geburtsname Arnaios war, von den Leuten der Stadt „Iros“ genannt wurde, gerade weil er Botschaften u…

Reliquien der Macht

Brücke des Regenbogens Der vielfarbige Bogen, der Himmel und Erde verbindet, der Weg, auf dem sie die Botschaften der Götter überbringt. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • Hesiod aus Askra, Theogonie (Verse 265–269: Abstammung von Thaumas und Elektra; Verse 780–806: Auftrag in den Tartaros mit dem Wasser des Styx). Kritische Ausgabe und direkte Übersetzung aus dem Griechischen von Christian Werner (São Paulo: Editora Hedra).
  • Homer, Ilias (Gesänge II, III, V, VIII, XVIII und XXIV: Taten der Iris als Götterbotin). Poetische Übersetzung mit Einleitung und Kommentar von Frederico Lourenço (Companhia das Letras).
  • Apollonios von Rhodos, Argonautika (Buch II, Verse 284–300: die Befreiung der Harpyien vor den Söhnen des Boreas). Apollonios Rhodios: Argonautica, Ausgabe und englische Fassung von R. C. Seaton (Loeb Classical Library, Harvard).
  • Kallimachos von Kyrene, Hymnen und Epigramme (Hymnus IV an Delos, Verse 215–235: Iris als wachsame Dienerin der Hera). Kallimachos: Hymnen und Epigramme, kommentierte Übersetzung von A. W. Mair (Loeb Classical Library, Harvard).

Studien und Literatur

  • Timothy Gantz, Early Greek Myth: A Guide to Literary and Artistic Sources. Baltimore: Johns Hopkins University Press, 1993.
  • Karl Kerényi, The Gods of the Greeks. London: Thames and Hudson, 1951.
  • Martin Litchfield West, The East Face of Helicon: West Asiatic Elements in Early Poetry and Myth. Oxford: Clarendon Press, 1997.
  • Walter Burkert, Greek Religion: Archaic and Classical. Harvard University Press, 1985.