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CodexMythologia
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Porträt von Ñamandu, indigene Gottheit
Indigen

Ñamandu

Der Wahre Vater

Bereich
Schöpfung, Sprache und Ursprung
Ausrichtung
Neutral und Gut
Element
Licht
Relikt
Das Gründungswort
Mit Ñamandu sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

01

In Kürze

Ñamandu ist der Name des Schöpfers in der Aufzeichnung der Mythen der Mbyá-Guaraní von Guairá in Paraguay, die León Cadogan 1959 unter dem Titel Ayvu Rapyta veröffentlichte. Nach den Beschreibungen dieses Textes tritt er aus der Urfinsternis hervor und erdenkt durch schöpferische Weisheit (kuaarara) den Ursprung der menschlichen Sprache, noch bevor die Erde besteht. Das Material stammt aus einer ethnographischen Aufzeichnung des 20. Jahrhunderts, diktiert von Mbyá-Gewährsleuten, nicht aus antiken Inschriften. Offene Quellen sind rar, daher ist diese Studie kurz und kennzeichnet, was noch nicht geprüft wurde.

Die Quellen zu dieser Gottheit sind spärlich; die Studie trennt Belegtes von Hypothesen.

02

Das Volk

Volk
Indigene Völker Brasiliens
Region
Brasilien und Südamerika
Zeitraum
vorkolonial – Gegenwart

Die Geister und Kulturheroen der indigenen Völker Brasiliens werden verehrt, etwa von den Tupis, Guaranis und Ianomâmis. Ihre Glaubensvorstellungen, mündlich weitergegeben durch Pajés und Älteste, verbinden den Menschen mit dem Regenwald, den Flüssen und den Ahnen. Sie leben in den indigenen Gemeinschaften fort, die bis heute Widerstand leisten.

Pajés leiten Rituale mit Gesängen, Maracás und heiligen Pflanzen und vermitteln den Kontakt zu den Geistern des Waldes. Im Alto Xingu ehrt das Quarup die verstorbenen Großen mit Tänzen und Ringkämpfen, und die Cauinagens versammeln ganze Dörfer zu zeremoniellen Festen.

Name und Originalsprache

Der Name erscheint in den Beschreibungen des Ayvu Rapyta in zwei Formen: Ñamandu Ru Ete und Ñande Ru Papa Tenondé.

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In den antiken Quellen

Ayvu Rapyta: Textos míticos de los Mbyá-Guaraní del Guairá, 1959. León Cadogan sammelte die Texte auf Mbyá-Guaraní mit spanischer Übersetzung; das Jahr ist das der Veröffentlichung, die Jahre der Aufzeichnung nennen die…

Die Mythen

Das im Dunkel erdachte Wort. In den Beschreibungen des Ayvu Rapyta ist der Anfang keine Erde, sondern Dunkelheit.

Kult und Archäologie

Die Mbyá-Guaraní leben heute in Brasilien, Paraguay, Argentinien und Uruguay, und die Religion ist lebendig, kein Museumsstück.

Ikonografie

Die herangezogenen Quellen beschreiben kein figürliches Bild von Ñamandu, und die Seite verwendet kein Porträt von ihm.

08

Heilige Symbole

Das Wort, die Urfinsternis, der Kolibri, die Wortseelen

Debatten und Grenzen der Quellen

Aufzeichnung des 20. Jahrhunderts und Vermittlung. Das Ayvu Rapyta ist eine ethnographische Aufzeichnung: Mbyá-Worte, die einem externen Forscher diktiert und ins Spanische übertragen wurden.

Spätere Rezeption

Das Ayvu Rapyta gilt als zentrales Werk der Guaraní-Religion und -Literatur, und eine Übersetzerin vergleicht es mit dem Popol Vuh.

Belegte Besonderheiten

Die Welt wächst im Dunkel, während ein Kolibri den Schöpfer nährt, ein Bild aus der Teilübersetzung des Ayvu Rapyta.

Reliquien der Macht

Das Gründungswort Das ayvu rapyta, das Fundament der menschlichen Sprache, das nach den Beschreibungen des Mbyá-Textes der Welt vorausgeht. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit.

13

Quellen und Literatur

Primärquellen

  • León Cadogan, Ayvu Rapyta: Textos míticos de los Mbyá-Guaraní del Guairá. São Paulo: Faculdade de Filosofia, Ciências e Letras da Universidade de São Paulo, 1959. Quelle ansehen
  • Curt Nimuendajú (Unkel), Die Sagen von der Erschaffung und Vernichtung der Welt als Grundlagen der Religion der Apapocúva-Guaraní. Zeitschrift für Ethnologie, 46, Berlim, 1914.
  • Carlos Papá e Verá Kanguá, The Life of the Sun on Earth (Caderno Selvagem, Dantes Editora Biosfera, 2023), transcrição do livro homônimo da Editora Anhembi Morumbi, 2003. Quelle ansehen

Studien und Literatur

  • Garland Magazine, Translating the Ayvu Rapyta: For the love of a rainforest and its word-souls. Garland Magazine. Quelle ansehen
  • Vivien Kogut Lessa de Sá e Caroline Egan, Translation and prolepsis: the Jesuit origins of a Tupi Christian doctrine. University of London Press. Quelle ansehen
  • Egon Schaden, Aspectos fundamentais da cultura guarani. Faculdade de Filosofia, Ciências e Letras da Universidade de São Paulo, 1954.
  • Pierre Clastres, Le grand parler: mythes et chants sacrés des Indiens Guarani. Éditions du Seuil, 1974.