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CodexMythologia
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Porträt von Rán, nordische Gottheit
Nordisch

Rán

Die Herrin der Tiefen

Bereich
Meer und Ertrinken
Ausrichtung
Chaotisch neutral
Element
Wasser
Relikt
Netz der Ertrunkenen
Mit Rán sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

01

In Kürze

Rán ist in der altnordischen Literatur die Gemahlin Ægirs und die Gestalt, mit der die Texte die Toten im Meer verbinden. Snorri Sturluson sagt, sie besitze ein Netz, mit dem sie alle Männer einfängt, die im Meer umkommen, und dass sie ihm neun Töchter schenkt, die mit den Wellen verbunden sind. Die Prosa, die das Gedicht über Regin und Sigurd begleitet, erzählt, dass Loki dieses Netz ausleiht, um Andvari zu fangen, der in Gestalt eines Hechts an einem Wasserfall lebte. Ein Gedicht über Helgi zeigt sie, wie sie den Seeleuten ein königliches Schiff aus den Händen reißt, und die Eyrbyggja saga berichtet, dass ertrunkene Männer beim eigenen Leichenschmaus erscheinen, was die Lebenden als gute Aufnahme durch Rán deuten. Das Ganze ist knapp und verstreut: Es nennt das Netz, die Familie, die Gefahr der Wellen und den Tod auf See, bietet aber weder einen Ursprungsmythos noch einen belegten Kult oder die Beschreibung eines Unterwasserreiches.

Die Quellen zu dieser Gottheit sind spärlich; die Studie trennt Belegtes von Hypothesen.

02

Das Volk

Volk
Nordische und germanische Völker
Region
Skandinavien und Nordeuropa
Zeitraum
Wikingerzeit, 8.–11. Jh.

Die Götter Asgards wurden von den nordischen Völkern Skandinaviens und den Germanen verehrt, vor allem in der Wikingerzeit. Krieger strebten danach, im Kampf zu fallen, um Odins Walhall zu erreichen, und die Mythen wurden in den Eddas aus Island überliefert. Der Kult ging mit der Christianisierung der Region um das Jahr 1000 zurück.

Die Nordleute feierten Blóts, jahreszeitliche Opfer mit Festmählern aus Fleisch und Met, etwa das Yule zur Wintersonnenwende. Der große Tempel von Uppsala in Schweden versammelte alle neun Jahre eines der größten Opferfeste der Wikingerwelt.

Name und Originalsprache

Die altnordische Schreibweise ist Rán. In den Übersetzungen von Thorpe und Anderson, die sie Ran schreiben, erscheint der Name in drei Verwendungen: als Gestalt, die mit Ægir verheiratet ist, als Machtname, der die Ertr…

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In den antiken Quellen

Prosa-Edda, 13. Jahrhundert. Snorri verzeichnet, dass Rán die Gemahlin Ægirs ist, dass beide neun Töchter haben, dass sie ein Netz für jene besitzt, die im Meer umkommen, und dass das Gold Feuer Ægirs, Ráns oder der Töc…

Die Mythen

Das Fest Ægirs und das Netz. In der Skáldskaparmál, im Abschnitt über das Feuer Ægirs, erzählt Snorri, dass Ægir Asgard besuchte und beim Abschied Odin und alle Asen einlud, ihn nach drei Monaten zu besuchen.

Kult und Archäologie

Skáldskaparmál, Reginsmál und Eyrbyggja saga 54–55 beschreiben weder Tempel noch Opfer oder Ritus für Rán. Vorhanden sind eine Gruppe literarischer Verwendungen und eine erzählte Überzeugung.

Ikonografie

Die literarischen Quellen geben der Göttin ein einziges stabiles Attribut, das Netz, und verbinden sie mit neun Töchtern und den Wellen.

08

Heilige Symbole

Das Netz, das Gold des Meeresgrunds, die Wellen und der Strudel

09

Familie und Genealogie

Verbindungen
Ægir
Kinder
Neun Töchter, die mit den Wellen verbunden sind

Edda em Prosa, Skáldskaparmál (seção A festa de Ægir); Helmreich (2017) para os nomes das filhas

Debatten und Grenzen der Quellen

Was die Quellen über die Toten sagen. Zwei Stellen verbinden Rán mit den Toten im Meer: das Netz bei Snorri und das Leichenschmaus-Bild in der Eyrbyggja saga.

Spätere Rezeption

Das gängige Bild Ráns als Herrin des Netzes und Gastgeberin der Ertrunkenen ist eine Synthese getrennter Stellen.

Belegte Besonderheiten

Beim Fest Ægirs, wo Speisen, Bier und Geräte von selbst herumgingen, bemerkten die Asen laut Snorri das Netz Ráns.

Reliquien der Macht

Netz der Ertrunkenen Ein weites Netz, mit dem sie Seeleute und verschollene Schiffe auf den Meeresgrund zieht. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit. Kein historisches Artefakt.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • Snorri Sturluson, The Younger Edda; also called Snorre's Edda, or The Prose Edda, Übersetzung von Rasmus B. Anderson (1880). Quelle ansehen
  • Anonym, The Elder Eddas of Saemund Sigfusson, Übersetzung von Benjamin Thorpe (1866): Reginsmál (Zweites Lied des Sigurd Fafnisbane). Quelle ansehen
  • Anonym, The Elder Eddas of Saemund Sigfusson, Übersetzung von Benjamin Thorpe (1866): Helgakviða Hjörvarðssonar, Erster Gesang von Helgi Hundingsbani, Grógaldr und Glossar. Quelle ansehen
  • Anonym, Eyrbyggja saga / The Saga of the Ere-Dwellers, übersetzt von William Morris und Eiríkr Magnússon. Quelle ansehen

Studien und Literatur