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CodexMythologia
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Porträt von Sif, nordische Gottheit
Nordisch

Sif

Die Göttin mit dem goldenen Haar

Bereich
Erde und Ernte
Ausrichtung
Neutral und Gut
Element
Erde
Relikt
Goldene Haarpracht
Mit Sif sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

01

In Kürze

Sif erscheint in den nordischen Quellen vor allem als Thors Gemahlin und als Mutter Ullrs. Snorri Sturluson erzählt, dass Loki ihr das Haar abschnitt und dass er zur Wiedergutmachung von den Söhnen Ívaldis einen goldenen Haarschopf beschaffte, der auf ihrem Kopf wachsen konnte. Dieselbe Erzählung verbindet die Wiedergutmachung mit der Herstellung weiterer göttlicher Gegenstände. In der Lokasenna reicht Sif Loki Met und muss sich den Vorwurf der Untreue anhören. In Andersons Übersetzung der Prosa-Edda und Thorpes Übersetzung der Lieder-Edda wird sie außerdem in einer Drohung des Riesen Hrungnir und im euhemeristischen Prolog Snorris erwähnt. Diese Texte stellen sie nicht als Herrin der Ernte dar und beschreiben keinen eigenen Kult.

Die Quellen zu dieser Gottheit sind spärlich; die Studie trennt Belegtes von Hypothesen.

02

Das Volk

Volk
Nordische und germanische Völker
Region
Skandinavien und Nordeuropa
Zeitraum
Wikingerzeit, 8.–11. Jh.

Die Götter Asgards wurden von den nordischen Völkern Skandinaviens und den Germanen verehrt, vor allem in der Wikingerzeit. Krieger strebten danach, im Kampf zu fallen, um Odins Walhall zu erreichen, und die Mythen wurden in den Eddas aus Island überliefert. Der Kult ging mit der Christianisierung der Region um das Jahr 1000 zurück.

Die Nordleute feierten Blóts, jahreszeitliche Opfer mit Festmählern aus Fleisch und Met, etwa das Yule zur Wintersonnenwende. Der große Tempel von Uppsala in Schweden versammelte alle neun Jahre eines der größten Opferfeste der Wikingerwelt.

Name und Originalsprache

Die altnordische Form des Namens ist Sif. In der Skáldskaparmál erklärt Snorri mit ihrem Namen, weshalb Gold in der poetischen Sprache „Sifs Haar“ genannt werden kann.

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Belegte Beinamen

Gemahlin Thors Wiederkehrende Bezeichnung: Thor wird in den Umschreibungen der Hymiskviða „Sifs Gemahl“ genannt; es ist kein kultischer Titel Sifs. Hymiskviða 3, 15, 25 und 34 (Üb.

In den antiken Quellen

Prosa-Edda, 13. Jahrhundert. Führt „Sifs Haar“ unter den poetischen Namen für Gold auf und erzählt vom Abschneiden und vom Ersatz des Haares. Prosa-Edda, 13. Jahrhundert.

Die Mythen

Das Abschneiden des Haares und Lokis Wiedergutmachung. In der Skáldskaparmál schneidet Loki Sif aus Bosheit das gesamte Haar ab. Thor entdeckt die Tat, packt Loki und droht, ihm jeden Knochen zu brechen.

Kult und Archäologie

Skáldskaparmál, Gylfaginning 31, Snorris Prosa-Edda-Prolog, Lokasenna 53–54, Hárbarðsljóð 48 und Hymiskviða 3, 15, 25 und 34 beschreiben weder Opfer, Priesterschaft, Feste noch ein Heiligtum Sifs.

Ikonografie

Die Texte betonen das Haar, das zuerst abgeschnitten und dann in Gold neu angefertigt wurde. Die Skáldskaparmál verwendet „Sifs Haar“ als poetischen Namen für Gold, und Snorris Prolog beschreibt Sif mit goldenem Haar.

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Heilige Symbole

Goldenes Haar, Weizenähren, die Eberesche und das Ährenfeld

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Familie und Genealogie

Verbindungen
Thor
Kinder
Ullr, Þrúðr

Snorri, Gylfaginning 31; Skáldskaparmál (Þórsdrápa, “pai de Thruda”, com nota editorial de Anderson e Thorpe)

Debatten und Grenzen der Quellen

Haar, Verwandtschaft und Ernte. Die moderne Verbindung zwischen Sifs goldenem Haar und Getreidefeldern ist eine Deutung, keine Erklärung der Skáldskaparmál.

Spätere Rezeption

Nacherzählungen können Sif auf das goldene Haar konzentrieren und das Bild auf die Fruchtbarkeit der Felder ausweiten.

Belegte Besonderheiten

Snorri führt „Sifs Haar“ unter den poetischen Ausdrücken für Gold auf, neben „Feuer“, „Fullas Haupt“ und „Freyjas Tränen“. Lokis Geschichte liefert für diese Formel einen erzählerischen Ursprung.

Reliquien der Macht

Goldene Haarpracht Goldene Haare, von Zwergen geschmiedet, die im Wind wogen wie reife Weizenfelder. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit. Kein historisches Artefakt.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • Snorri Sturluson, The Younger Edda, also called Snorre’s Edda, or The Prose Edda, übersetzt von Rasmus B. Anderson (1897). Quelle ansehen
  • Anonym, The Edda of Sæmund the Learned, übersetzt von Benjamin Thorpe. Quelle ansehen

Studien und Literatur

  • Elisabeth Arwill-Nordbladh (fasst Margaret Clunies Ross zusammen), Viking Age Hair. 2016. Quelle ansehen