Name und Originalsprache
Der Gottesname Tiráwa stammt aus der kaddoanischen Sprache der Pawnee und bezeichnet im Wesentlichen die Weite des Himmels und die kosmische Geisteskraft, die das Universum von oben her lenkt.

Vater der Höhe
Mythologische Studie · Deutsch
Überarbeitet am
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Tiráwa (in der liturgischen Anrufung oft als Tiráwa Atíus, „Vater oben“, bezeichnet oder in seiner himmlischen Sphäre als Tirawahut, „Der große Kreis der himmlischen Mächte“, gedacht) ist die oberste, allgegenwärtige und unbildliche Schöpfergottheit in der überlieferten Religion und Kosmologie des Volkes der Pawnee (Chaticks-si-Chaticks) in den zentralen Great Plains Nordamerikas. Sie umfasst sowohl den Skidi-Verband als auch die südlichen Bands der Chaui, Kitkehahki und Pitahauerat. Völlig losgelöst von jeder greifbaren Gestalt wohnt Tiráwa im höchsten Zenit jenseits des blauen Himmelsgewölbes und regiert den Kosmos durch die himmlischen, solaren und meteorologischen Mächte, die er im Urfirmament aufstellte. Nach den zeremoniellen Texten, die die Ethnologin Alice C. Fletcher beim ehrwürdigen Priester Tahirussawichi (Kúrahus der Chaui-Band) sammelte, und den von George A. Dorsey dokumentierten kosmologischen Überlieferungen der Skidi steht Tiráwa im Alltag nicht unmittelbar mit den Sterblichen in Verbindung, denn seine absolute Macht würde das schwache Menschenfleisch überwältigen. Stattdessen richtete er eine vermittelnde Hierarchie niederer Götter und Geister ein: Er wies dem Abendstern (Tcuperika) den Westen und dem Morgenstern (Oprikata) den Osten zu, setzte die vier Richtungssterne als unverrückbare Pfeiler des Himmelsgewölbes ein und betraute die Maismutter (Atira) und den heiligen Adler (Kawas) damit, die Schritte der Menschen zu lenken und die Linien des Pawnee-Volkes fortzuführen. Durch den Komplex der zeremoniellen Heiligen Bündel (sacred bundles) und die großartige Liturgie des Hako erneuern die Pawnee die kosmischen Bande des Friedens, der Fruchtbarkeit und kindlichen Abhängigkeit vor Tiráwa Atíus, der als unsterbliche Quelle des Lebensatems und als souveräner Baumeister der kosmischen Ordnung anerkannt wird.
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Diese Geister und Gottheiten wurden von den vielen indigenen Völkern Nordamerikas verehrt, von den Lakota über die Navajos bis zu den Irokesen. Ihre Glaubensvorstellungen verbinden den Menschen mit dem Großen Geist, mit den Totemtieren und mit dem Gleichgewicht der Erde. Mündlich überliefert, leben sie in den indigenen Nationen fort, die der Kolonisierung widerstanden haben.
Der Sonnentanz versammelte die Nationen der Ebenen zu Fasten und Opfer um den heiligen Baum. Die Hopi tanzen mit den Kachinas, maskierten Geistern des Regens, und die heilige Pfeife besiegelt Gebete und Verträge. Diese Zeremonien leben in den heutigen Nationen weiter.
Der Gottesname Tiráwa stammt aus der kaddoanischen Sprache der Pawnee und bezeichnet im Wesentlichen die Weite des Himmels und die kosmische Geisteskraft, die das Universum von oben her lenkt.
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Tiráwa Atíus (Vater über allen) Urtümliche liturgische Anrufung, die seine allumfassende väterliche Fürsorge und seine souveräne Güte über Götter und Menschen gleichermaßen zum Ausdruck bringt. Alice C.
The Hako: A Pawnee Ceremony, 1904 n. Chr.. Ein bedeutendes ethnografisches Werk, entstanden aus der Zusammenarbeit von Alice C. Fletcher, dem Pawnee-Gelehrten James R.
Die Beratung Tiráwas und die Festlegung der kosmischen Kräfte. Nach der von George A. Dorsey aufgezeichneten Schöpfungserzählung („Creation of the Earth“) gab es zu Beginn der Zeit keine greifbare Materie, und nur Tiráw…
Die Verehrung Tiráwa Atíus bildet die theologische Grundlage der gesamten priesterlichen Liturgie der Pawnee. Es gibt keine geschlossenen Tempel und keine anthropomorphen Steinaltäre: Die Zeremonien finden in den weiten…
Tiráwa ist in der religiösen Überlieferung der Pawnee streng unbildlich; es gibt keine Gravuren, Masken oder geschnitzten Abbilder, die seine persönliche Gestalt darstellen sollen.
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Der Morgenstern, der Abendstern, der Himmel und die vier Himmelsrichtungen
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Alice C. Fletcher & James R. Murie, The Hako: A Pawnee Ceremony (BAE 22nd Annual Report, 1904, pp. 278–315); George A. Dorsey, Traditions of the Skidi Pawnee (1904, cap. 1, pp. 3–14); George Bird Grinnell, Pawnee Hero Stories and Folk-Tales (1889, pp. 350–360)
. Die theologischen Vorstellungen der Pawnee lösten in der frühen amerikanischen Ethnologie erhebliche wissenschaftliche Debatten aus.
Alice C. Fletchers monumentale Monographie über die Hako-Zeremonie und die Theologie Tiráwas wurde von Gründern der Anthropologie und der vergleichenden Religionswissenschaft, darunter Franz Boas und Mircea Eliade, gewü…
Bei den Pawnee wurde die übernatürliche Fähigkeit der Medizinmänner und Heiler nicht als selbst erworben betrachtet, sondern als Gabe wundersamer Tiere, der Nahurac.
Der Morgenstern Der kriegerische Stern, dem Tirawa die Aufgabe anvertraute, das erste Leben auf der Erde zu entzünden. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit.
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