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CodexMythologia
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Porträt von Baiame, Gottheit der Aborigines
Aborigines

Baiame

Der Schöpfer der Traumzeit

Bereich
Schöpfung, Gesetz und Initiation
Ausrichtung
Rechtlich gut
Element
Licht
Relikt
Himmelsquarzkristalle
Mit Baiame sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

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In Kürze

Baiame (auch geschrieben Byamee, Baiami oder Baime) ist die höchste himmlische Gottheit und der Urgesetzgeber der Traumzeit (Dreaming) bei den indigenen Völkern Südostaustraliens, insbesondere bei den Gamilaraay (Kamilaroi), Wiradjuri und Yuwaalaraay (Euahlayi) in New South Wales. Als Ahnenschöpfer und „Allvater“ (All Father) stieg Baiame zur Erde herab, um die Gestalt der Landschaft zu formen, Flussläufe anzulegen, die ethischen Regeln zu begründen, die totemistischen Heiratsklassen zu ordnen und die geheimen Initiationszeremonien der Männer (das Bora oder Burbung) zu stiften. Zu den Werken, die auf seine körperliche Arbeit an der Erde zurückgehen, gehört vor allem das monumentale Fischfangsystem aus Stein im Barwan-Fluss (bekannt als Baiame's Ngunnhu bei Brewarrina), das in einer Dürrezeit errichtet wurde, um die gemeinsame Ernährung verschiedener Stammesgruppen zu sichern. In seinem kosmischen Rückzugsort, dem Himmelslager Bullimah, wird Baiame von seiner Hauptgefährtin Birrahgnooloo („Mutter aller“) begleitet. Der heilige Name durfte weder von Frauen noch von Uneingeweihten ausgesprochen werden; sie bezeichneten ihn mit der ehrerbietigen Anrede Boyjerh („Vater“). Die Schamanen und traditionellen Heiler (wirreenun) bezogen ihre mystische Kraft aus dem Kontakt mit dem Gott über heilige Quarzkristalle (maban).

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Das Volk

Volk
Australische Aborigines
Region
Australien
Zeitraum
vor 65.000 Jahren – Gegenwart

Die Urwesen der Traumzeit werden von den australischen Aborigines verehrt, möglicherweise der ältesten ununterbrochenen Kultur der Erde. Man glaubt, dass diese Wesen während der Traumzeit die Landschaft, die Gesetze und das Leben schufen. Ihre Geschichten werden in Felsmalereien, Gesängen und Ritualen bewahrt, die seit Jahrzehntausenden weitergegeben werden.

Bei den Corroborees werden in Gesängen und Körperbemalungstänzen die Wanderungen der Traumzeit-Ahnen nachgespielt. Die Songlines, Gesangspfade, bilden das heilige Land aus dem Gedächtnis ab, und Orte wie Uluru bleiben lebendige Heiligtümer unter der Obhut ihrer traditionellen Völker.

Name und Originalsprache

Der Gottesname Baiame (von Katie Langloh Parker lautlich als Byamee und von John Henderson als Piame wiedergegeben) ist in der australischen Ethnologie sprachwissenschaftlich umstritten.

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Belegte Beinamen

Boyjerh „Vater“, die verpflichtende ehrerbietige Anrede, die Frauen und Uneingeweihte anstelle des heiligen Gottesnamens verwendeten. K. Langloh Parker, The Euahlayi Tribe, Kap.

In den antiken Quellen

The Euahlayi Tribe: A Study of Aboriginal Life in Australia, 1905. K. Langloh Parker hält die Überzeugungen fest, die sie unmittelbar von dem Ältesten Yudtha Dulleebah und der Heilerin Bootha über die himmlische Wohnstä…

Die Mythen

Die Stiftung des Großen Bora und der heiligen Gesetze. Wie K. Langloh Parker in der mündlichen Überlieferung festhielt, versammelte Baiame die Stammesgruppen am Ort Googoorewon, um unabänderliche Regeln des gesellschaft…

Kult und Archäologie

Der Kult um Baiame bestand nicht in der Errichtung geschlossener Tempel oder in materiellen Opfergaben auf Altären, sondern in der strengen Befolgung der Gebote, die bei den Initiationsversammlungen des Bora überliefert…

Ikonografie

Die berühmteste figürliche Darstellung, die Baiame zugeschrieben wird, befindet sich in der Baiame-Höhle, einem Felsunterstand aus Sandstein in der Ortschaft Milbrodale im Hunter Valley (New South Wales).

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Heilige Symbole

Der Quarz, die Steinaxt, die Sterne und die Felsmalereien

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Familie und Genealogie

Verbindungen
Birrahgnooloo (Birra-ngulu, primary wife revered as Mother of All, possessing a totem for each part of her body and associated with floods and rains), Cunnumbeillee (second wife of Baiame, responsible for provisioning and daily domestic duties, possessing a single totem)
Kinder
Ghindahindahmoee and Boomahoomahnowee (sons in the cycle of narratives collected by K. Langloh Parker among the Noongahburrah / Euahlayi), Daramulun (Dharramulan, subordinate figure or mythic son in Wiradjuri and Kamilaroi traditions, associated with the sound of the bullroarer and initiation rites)

K. Langloh Parker, The Euahlayi Tribe (1905, cap. 2 e 9); K. Langloh Parker, Australian Legendary Tales (1896, 'The Borah of Byamee'); Alfred William Howitt, The Native Tribes of South-East Australia (1904, cap. 9); Robert Hamilton Mathews, 'The Bora of the Kamilaroi Tribe' (1895)

Debatten und Grenzen der Quellen

Die Kontroverse zwischen E. B. Tylor und Andrew Lang über den Aborigine-„Höchsten Gott“. Ende des 19. Jahrhunderts vertrat der einflussreiche Anthropologe Edward Burnett Tylor die Auffassung, die Gestalt Baiames sei das…

Spätere Rezeption

Heute wird das Andenken an Baiame von den indigenen Gemeinschaften im Westen von New South Wales als zentrales Symbol geistlicher Kontinuität, territorialer Souveränität und des Kulturerbeschutzes beansprucht.

Belegte Besonderheiten

Die Fischfallen von Brewarrina (Baiame's Ngunnhu) am Barwan-Fluss gehören zu den ältesten erhaltenen von Menschen geschaffenen Wasserbauwerken Australasiens; die steinernen Becken sind bis heute erhalten.

Reliquien der Macht

Himmelsquarzkristalle Die heiligen Kristalle der Macht, mit denen er seine Rituale besiegelt und die Eingeweihten als Träger der Weisheit kennzeichnet.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • Parker, K. Langloh (Katie Langloh), The Euahlayi Tribe: A Study of Aboriginal Life in Australia. London: Archibald Constable and Company, Ltd., 1905. Quelle ansehen
  • Parker, K. Langloh (Katie Langloh), Australian Legendary Tales: Folk-lore of the Noongahburrahs as told to the Piccaninnies. London: David Nutt / Melbourne: Melville, Mullen & Slade, 1896. Quelle ansehen
  • Howitt, Alfred William, The Native Tribes of South-East Australia. London: Macmillan and Co., 1904. Quelle ansehen
  • Mathews, Robert Hamilton, The Bora, or Initiation Ceremonies of the Kamilaroi Tribe. The Journal of the Anthropological Institute of Great Britain and Ireland, Vol. 24, pp. 411–427, 1895. Quelle ansehen

Studien und Literatur

  • Heritage NSW / NSW Government, Brewarrina Aboriginal Fish Traps / Baiame's Ngunnhu. State Heritage Register (Item ID 5051305), 2014. Quelle ansehen
  • Heritage NSW / NSW Government, Baiame Cave, Milbrodale. State Heritage Register (Item ID 5061940), 2017. Quelle ansehen
  • Lang, Andrew, Magic and Religion. London: Longmans, Green, and Co., 1901. Quelle ansehen