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CodexMythologia
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Porträt von Diana, römische Gottheit
Römisch

Diana

Göttin der Jagd und des Mondes

Bereich
Jagd, Mond und Wildnis
Ausrichtung
Neutral Gut
Element
Luft
Relikt
Silberner Mondbogen
Mit Diana sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

01

In Kürze

Diana (lateinisch: Diana; im archaischen Latein: Deana) gehört zu den ältesten und vielschichtigsten Gottheiten Italiens und Roms; sie übt die göttliche Herrschaft über die heiligen Wälder, das wilde Getier, die Jagd, die glückliche Geburt und den leuchtenden Lauf des Mondes aus. Neben ihrer Stellung als jungfräuliche Waldjägerin hatte Diana in der römischen Geschichte eine entscheidende gesellschaftspolitische Rolle inne. Ihr großer städtischer Tempel auf dem Aventin (Aedes Dianae) wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. vom sechsten König Roms, Servius Tullius, gegründet und ausdrücklich als föderales Heiligtum des Latinischen Bundes (foedus Latinum) konzipiert, geopolitisch nach dem Vorbild des Artemisions von Ephesos. Außerhalb des heiligen Stadtbezirks (pomerium) gelegen, wurde der aventinische Tempel zur Zuflucht und zum rechtmäßigen Asyl für die besitzlose Plebs und für die Versklavten (servi), deren bürgerliches Fest am Jahrestag der Tempelweihe begangen wurde (servorum dies festus). Im archaischen Latium lag das mystische Zentrum ihres Kults im Waldheiligtum von Aricia am vulkanischen Ufer des Nemisees, den man in der Antike als 'Spiegel der Diana' (Speculum Dianae) bezeichnete. In diesem Heiligtum der Diana Nemorensis herrschte das außergewöhnliche und archaische priesterliche Amt des Rex Nemorensis ('König des Hains'): Ein Priester musste notwendigerweise ein entflohener Sklave sein, der das heilige Amt erlangte, indem er einen goldenen Zweig von einem geweihten Baum abriss und den amtierenden Priester im Einzelkampf auf Leben und Tod tötete. Als Diana Trivia an nächtlichen Kreuzungen und als Diana Lucina bei schweren Geburten angerufen, verband die Göttin die Reinheit der unberührten Wälder mit dem schützenden Beistand der an den Rand gedrängten Bevölkerung Roms.

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Das Volk

Volk
Römer
Region
Rom und das Römische Reich
Zeitraum
8. Jh. v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.

Die Römer verehrten ihre Götter als Schützer des Staates, des Hauses und des Krieges und setzten viele von ihnen mit griechischen Gottheiten gleich. Den offiziellen Kult leiteten Priesterkollegien und der Kaiser selbst, mit Tempeln im Herzen Roms. Ihre Religion begleitete die Ausdehnung des Reiches über ganz Europa, Nordafrika und den Nahen Osten.

Die Saturnalien im Dezember kehrten die sozialen Rollen an Tagen mit Festmählern und Geschenken um, und die Lupercalia reinigte die Stadt im Februar. Die Vestalinnen hüteten das heilige Feuer der Vesta, und siegreiche Feldherren zogen im Triumph bis zum Tempel des Jupiter Capitolinus.

Name und Originalsprache

Historische Sprachwissenschaft und klassische Philologie führen den Gottesnamen Diana auf den uritalischen Stamm dei-w-ānā zurück, der unmittelbar von der indogermanischen Verbalbasis dyeu- / dei- ('leuchten', 'himmlisc…

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Belegte Beinamen

Diana Nemorensis Diana der Haine von Nemi; Anrufung der Gottheit, die im Seeheiligtum von Aricia verehrt wurde, Herrin des heiligen Waldes und des Geheimnisses des goldenen Zweigs.

In den antiken Quellen

Ab Urbe Condita, ca. 27–9 v. Chr.. Der Historiker aus Padua dokumentiert die königliche Initiative des Servius Tullius, die lateinischen Völker in einem gemeinsamen Heiligtum zu vereinen, und schildert die priesterliche…

Die Mythen

Die Gründung des föderalen Tempels auf dem Aventin und das Wunder der sabinischen Färse. Wie Livius im ersten Buch von Ab Urbe Condita (Kapitel 45) erzählt, überzeugte der weise König Servius Tullius die Führer der verb…

Kult und Archäologie

Der Kult der Diana umfasste in Latium zwei monumentale rituelle Zentren: das föderale Heiligtum auf dem Aventin in Rom und den heiligen Hain der Diana Nemorensis in Aricia.

Ikonografie

Die künstlerische Darstellung der Diana in Statuen, Marmorreliefs und in der Münzprägung der römischen Republik und Kaiserzeit spiegelt die Verschmelzung der strengen Hoheit der italischen Herrin der Wälder mit der athl…

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Heilige Symbole

Bogen und Pfeil aus Silber, die Mondsichel, die Hirschkuh und die Jagdhunde

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Familie und Genealogie

Eltern
Jupiter (celestial monarch of thunder and supreme father of Latin gods), Latona (Italic goddess identified with Leto, mother of divine twins Apollo and Diana)
Geschwister
Apollo (Phoebus Apollo, twin brother presiding over radiance and musical harmony)

Públio Virgílio Marão (Eneida VII.761–782, XI.532–596); Tito Lívio (Ab Urbe Condita I.45); Públio Ovídio Naso (Fastos III.261–276, VI.737–762; Metamorfoses III.138–252); Quinto Horácio Flaco (Carmen Saeculare 1–76; Odes III.22); Dionísio de Halicarnasso (Antiguidades Romanas IV.26); Caio Suetônio Tranqüilo (Vida dos Doze Césares: Calígula 35); Públio Papínio Estácio (Silvae III.1.55–60); Estrabão (Geografia V.3.12); Georges Dumézil (1970); C. M. C. Green (2007); Filippo Coarelli (1995); Andreas Alföldi (1965)

Debatten und Grenzen der Quellen

. Die moderne historiografische Debatte über Diana wurde durch die bahnbrechenden anthropologischen Studien von Sir James George Frazer in The Golden Bough (1890) revolutioniert, dessen ganzes Werk von der Analyse der g…

Spätere Rezeption

Das faszinierende Urbild der Diana übte in der abendländischen Literatur, in der klassischen Skulptur und in der Malerei vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert einen außergewöhnlichen Einfluss aus.

Belegte Besonderheiten

Nach der kaiserlichen Chronik des Sueton (Die zwölf Caesaren: Caligula 35) beauftragte Kaiser Caligula, verärgert darüber, dass der Priester Rex Nemorensis von Nemi das heilige Amt über viele Jahre hinweg ausübte, ohne…

Reliquien der Macht

Silberner Mondbogen Ein silberner Bogen, der wie der Mond leuchtet und seine Beute im Wald niemals verfehlt. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit. Kein historisches Artefakt.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • Horaz. Carmen Saeculare. In: Odes and Carmen Saeculare. Ausgabe mit historischer Einleitung und Kommentar von Richard Tarrant. Cambridge: Cambridge University Press, 2020.
  • Livius. Ab Urbe Condita: Bücher I–V. Kritische Ausgabe mit Einleitung von Robert Seymour Conway. Oxford: Clarendon Press, 1919.
  • Ovid. Fasti: Buch III. Kritische Ausgabe mit Einleitung und exegetischen Anmerkungen von S. J. Heyworth. Cambridge: Cambridge University Press, 2019.
  • Sueton. Leben der zwölf Caesaren: Caligula. Direkte Übersetzung aus dem Lateinischen von Donna W. Hurley. Cambridge: Cambridge University Press, 1993.
  • Vergil. Aeneidos liber septimus. Kritischer Text und Kommentar von C. J. Fordyce mit Einleitung von P. G. Walsh. Oxford: Oxford University Press, 1977.

Studien und Literatur

  • Green, C. M. C. Roman Religion and the Cult of Diana at Aricia. Cambridge: Cambridge University Press, 2007.
  • Alföldi, Andreas. Early Rome and the Latins. Jerome Lectures, 7th series. Ann Arbor: University of Michigan Press, 1965.
  • Coarelli, Filippo. 'Diana Aventinensis'. In: Steinby, E. M. (ed.), Lexicon Topographicum Urbis Romae, vol. II. Roma: Quasar, 1995, pp. 11–13.
  • Frazer, J. G. The Golden Bough: A Study in Magic and Religion. Londres: Macmillan, 1922.