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CodexMythologia
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Porträt von Gwydion, keltische Gottheit
Keltisch

Gwydion

Sohn der Dôn

Bereich
Magie, Gestaltwandel und Dichtkunst
Ausrichtung
Chaotisch und Neutral
Element
Erde
Relikt
Eichenstab
Mit Gwydion sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

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In Kürze

Gwydion fab Dôn ist die komplexeste und furchterregendste magische Gestalt der mittelalterlichen walisischen Mythologie. Im vierten Zweig des Mabinogi (Math fab Mathonwy) gilt er als unübertroffener Meister der Gestaltwandlung, der Bardendichtung, der kosmischen Illusionen (lledrith) und der Kriegsstrategie. Als Neffe und Schüler des Zauberkönigs Math fab Mathonwy verkörpert Gwydion die verwandelnde Kraft britonischer Verzauberung. Angetrieben von der Begierde seines Bruders Gilfaethwy nach der Jungfrau Goewin, ersann er einen kühnen Plan: Er reiste nach Dyfed und täuschte Prinz Pryderi, indem er aus Hallimasch und trockenem Laub prächtige Pferde, Hunde und Schilde schuf, die nach vierundzwanzig Stunden zerfielen. Dafür tauschte er sie gegen die begehrte Schweineherde aus Annwn ein. Der Raub entfesselte den Krieg zwischen Gwynedd und dem Süden, der im Einzelkampf bei Maen Tyriawg gipfelte, wo Gwydion Pryderi mit überlegener Zauberkunst erschlug. Von Math mit drei Jahren erzwungener tierischer Verwandlungen bestraft (als Hirsch, Wildsau und Wolf), kehrte Gwydion in menschliche Gestalt zurück, um als Ziehvater und oberster Beschützer des jungen Lleu Llaw Gyffes zu wirken. Mit genialen Verkleidungen brach er die drei Schicksalsbindungen (tynghedau), die seine Schwester Arianrhod dem Knaben auferlegt hatte, und brachte sie dazu, den Jungen selbst zu benennen und zu bewaffnen. Im alten Gesang Cad Goddeu (Die Schlacht der Bäume) aus dem Buch des Taliesin ließ Gwydion mit botanischen Beschwörungen ganze Wälder zu kämpfenden Kriegern werden und sicherte den Sieg Gwynedds, indem er den geheimen Namen seines Gegners entdeckte.

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Das Volk

Volk
Keltische Völker
Region
Irland, Britannien und Gallien
Zeitraum
um 500 v. Chr. – 500 n. Chr.

Die keltischen Götter wurden von den Völkern Irlands, Britanniens und Galliens verehrt, unter Mithilfe der Druiden, ihrer Priesterkaste. Man verehrte sie in heiligen Hainen, an Quellen und Brunnen, ohne große Steintempel. Viele ihrer Mythen überlebten in den irischen und walisischen Sagen, die mittelalterliche Mönche aufzeichneten.

Das keltische Jahresrad drehte sich um vier große Feuerfeste: Samhain, der Ursprung von Halloween, eröffnete den Winter und den Kontakt zu den Toten; Imbolc, Beltane und Lughnasadh markierten Frühling, Sommer und Ernte. Die Druiden leiteten die Riten in heiligen Hainen, den sogenannten nemeton.

Name und Originalsprache

Der mittelwalisische Göttername Gwydion (in frühen Dichtungen gelegentlich als Gwyddien geschrieben) hat reiche sprachliche Bezüge zu Weisheit, Vorausschau und Sehen.

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Belegte Beinamen

Fab Dôn Sohn der Dôn, die ihn mit dem magischen Königtum von Gwynedd verbindet. Math fab Mathonwy und Trioedd Ynys Prydein. Prif Ledrithawc Oberster Meister der Illusionen und Verzauberungen.

In den antiken Quellen

Pedeir Keinc y Mabinogi: Math fab Mathonwy, 11. und 12. Jahrhundert n. Chr. (Sammlung mündlicher Überlieferungen aus der Zeit vor der normannischen Eroberung)..

Die Mythen

Der Raub der Schweine von Annwn und der tödliche Zweikampf mit Pryderi. Der vierte Zweig des Mabinogi erzählt, dass Gwydions jüngerer Bruder Gilfaethwy eine verzehrende, unerwiderte Leidenschaft für Goewin fasste, die j…

Kult und Archäologie

Gwydion wurde nicht über blutige Opferaltäre oder geschlossene Steinheiligtümer verehrt, sondern als urbildliche Gottheit der Barden, der prophetischen Dichter (awenyddion), der druidischen Gelehrten und der Strategen d…

Ikonografie

In den mittelalterlichen literarischen Quellen und in der traditionellen walisischen Ikonografie erscheint Gwydion als weiser Mann mittleren Alters mit funkelndem Blick und scharfem Verstand.

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Heilige Symbole

Der Stab aus Eiche oder Esche, der Beutel mit Haselnüssen, der Hirsch, der Eber, der Wolf und die marschierenden Bäume

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Familie und Genealogie

Eltern
Dôn (great primordial matriarch and ancestral goddess of Gwynedd), Beli Mawr (supreme ancestral sovereign in bardic genealogies)
Geschwister
Arianrhod (sister and goddess of the Silver Wheel), Gilfaethwy (brother and accomplice in the plot against Goewin), Amaethon (brother and master of magical agriculture), Gofannon (brother and patron of smiths and craftsmen)
Verbindungen
Arianrhod (sister and mythic consort in the conception of Lleu and Dylan), Gilfaethwy (partner during the punitive bestial transformations of Math)
Kinder
Lleu Llaw Gyffes (foster son and solar hero of northern Wales), Dylan eil Ton (marine son who plunged into the ocean depths), Hyddwn (offspring born of the stag transformation), Hychddwn (offspring born of the wild swine transformation), Bleiddwn (offspring born of the wolf transformation)

Pedeir Keinc y Mabinogi (Math fab Mathonwy); Llyfr Taliesin (Cad Goddeu); Trioedd Ynys Prydein (Tríades 28 e 85)

Debatten und Grenzen der Quellen

Gwydion als keltischer Hermes oder Odin: Der göttliche Trickster. Vergleichende Mythologen (wie John Rhys, Georges Dumézil und Proinsias Mac Cana) ziehen deutliche Parallelen zwischen Gwydion, dem irischen Lug und dem n…

Spätere Rezeption

Gwydion erlangte große Bedeutung in der walisischen Kulturbewegung des 19. Jahrhunderts und in der modernen Fantasyliteratur. Der Dichter Thomas Love Peacock und die walisischsprachigen Schriftsteller des 20.

Belegte Besonderheiten

Die Milchstraße war in der Volksastronomie Nordwales als „Caer Gwydion“ (Die Festung Gwydions) bekannt und galt als Sternenpfad, den der Magier am Nachthimmel gezogen hatte.

Reliquien der Macht

Eichenstab Der schlanke Stab aus Eiche oder Esche, mit dem ihn die Ikonographie zeigt, Meister der Illusionen und Zauber. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • Mythologische Kompilation von Padraic Colum & Lady Charlotte Guest, The Mabinogi: Math the Son of Mathonwy (Erzählung von den magischen Taten Gwydions). Anthologiekapitel, veröffentlicht in Orpheus: Myths of the World (Sacred-Texts). Quelle ansehen
  • Lady Charlotte Guest (kritischer Apparat und traditionelle Anmerkungen), The Mabinogion: Notes to Math the Son of Mathonwy (Gwydion the Son of Don). Druckausgabe in London bei Bernard Quaritch (Eintrag bei Sacred-Texts). Quelle ansehen
  • William Forbes Skene (poetische Übersetzung der Handschriften), The Four Ancient Books of Wales (Das Lied von Cad Goddeu aus dem Buch von Taliesin). Historischer Band, veröffentlicht von Edmonston and Douglas (Internet Archive). Quelle ansehen
  • William John Gruffydd (Monographie und mittelalterlicher walisischer Text), Kritische Monographie über Math vab Mathonwy und den vierten Zweig des Mabinogi. Akademische Monographie der Universität Wales, Cardiff (Internet Archive). Quelle ansehen

Studien und Literatur

  • John Rhys (klassische Studie zur keltischen Religion), Lectures on the Origin and Growth of Religion as Illustrated by Celtic Heathendom. Williams and Norgate, London, 1888. Quelle ansehen
  • John Arnott MacCulloch, The Religion of the Ancient Celts (Abhandlung über das britische Pantheon und die Kinder der Dôn). T. & T. Clark, Edinburgh, 1911. Quelle ansehen
  • Charles Squire, Celtic Myth and Legend, Poetry and Romance (Der Krieg der Zauber und das Haus der Dôn). Gresham Publishing Company, London, 1905. Quelle ansehen
  • Proinsias Mac Cana (Studien zur britannischen Mythologie), Celtic Mythology (Die Überlieferung von Gwydion und die magische Schöpfung Blodeuwedds). Hamlyn, London, 1970. Quelle ansehen