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CodexMythologia
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Porträt von Idun, nordische Gottheit
Nordisch

Idun

Die Hüterin der Jugend

Bereich
Jugend und Erneuerung
Ausrichtung
Neutral und Gut
Element
Erde
Relikt
Goldene Äpfel
Mit Idun sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

01

In Kürze

Iðunn (häufig eingedeutscht und latinisiert als Idun oder Iduna) ist die nordische Göttin aus dem Geschlecht der Asen, die die beständige Lebenskraft, die Erneuerung des Lebens und die biologische Unsterblichkeit der Götter in Asgard verkörpert. Im 26. Kapitel der Gylfaginning, das in Snorri Sturlusons Prosa-Edda eingebettet ist, wird sie als die geliebte Gemahlin Bragis und alleinige Hüterin der wundertätigen Äpfel (epli) beschrieben, die in ihrem Kästchen aus Eschenholz (eski) aufbewahrt werden: Jedes Mal, wenn die Götter das Gewicht körperlichen Alterns spüren, müssen sie von diesen Früchten kosten, um Frische und Jugendkraft sofort zurückzugewinnen – eine Ordnung, die bis zur Dämmerung von Ragnarök bestehen soll. Das dramatischste Ereignis ihrer mythischen Laufbahn, bezeugt sowohl in der Skáldskaparmál als auch im skaldischen Gedicht Haustlöng des Þjóðólfr ór Hvini (um 900 n. Chr. verfasst), erzählt von ihrer Entführung durch den Riesen Þjazi (Thjazi), der sich in einen Raubadler verwandelte, nach einem von Loki angezettelten Verrat. Ohne Zugang zu den heiligen Äpfeln, die unter Iðunns Obhut in der Bergfeste Þrymheimr lagen, erlitten die Asen einen raschen körperlichen Verfall; sie erbleichten und ergrauten, bis sie Loki zwangen, sie zu befreien. Im Falkengefieder Freyjas verkleidet, verwandelte Loki Iðunn in eine kleine Nuss, um sie schnell in seinen Klauen nach Asgard zurückzutragen, wo die Götter an den Mauern Feuer entfachten, um die Flügel des verfolgenden Riesen zu verbrennen und ihn zu erschlagen. Im eddischen Gedicht Lokasenna greift Iðunn besonnen ein, um den aggressiven Streit zwischen ihrem Gemahl Bragi und Loki zu beruhigen; dabei wird sie von Loki mit der rätselhaften Anschuldigung bedacht, sie habe sich den Verführungen des Mörders ihres eigenen Bruders hingegeben – eine geheimnisvolle mythische Anspielung, deren erzählerische Einzelheiten in den erhaltenen schriftlichen Quellen nicht überliefert sind. Die rituelle und symbolische Bedeutung der Früchte in der antiken germanischen Religion wird materiell durch den archäologischen Fund des Grabschiffs von Oseberg (um 834 n. Chr.) bestätigt, in dem Holzeimer mit Wildäpfeln neben vornehmen Frauen niedergelegt wurden, was dauerhafte Vorstellungen von Erneuerung nach dem Tod hervorruft.

02

Das Volk

Volk
Nordische und germanische Völker
Region
Skandinavien und Nordeuropa
Zeitraum
Wikingerzeit, 8.–11. Jh.

Die Götter Asgards wurden von den nordischen Völkern Skandinaviens und den Germanen verehrt, vor allem in der Wikingerzeit. Krieger strebten danach, im Kampf zu fallen, um Odins Walhall zu erreichen, und die Mythen wurden in den Eddas aus Island überliefert. Der Kult ging mit der Christianisierung der Region um das Jahr 1000 zurück.

Die Nordleute feierten Blóts, jahreszeitliche Opfer mit Festmählern aus Fleisch und Met, etwa das Yule zur Wintersonnenwende. Der große Tempel von Uppsala in Schweden versammelte alle neun Jahre eines der größten Opferfeste der Wikingerwelt.

Name und Originalsprache

Der altnordische Gottesname Iðunn leitet sich vom Präfix ið- ab, das „Wiederholung“, „aufs Neue“ und „beständige Erneuerung“ ausdrückt und mit dem lateinischen iterum verwandt ist, sowie von einer Verbalwurzel, die mit…

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Belegte Beinamen

Epla gætir Hüterin der Äpfel; benennt ihre oberste Aufgabe, die verjüngenden Früchte Asgards zu bewahren und zuzuteilen. Skáldskaparmál, Kapitel 22.

In den antiken Quellen

Prosa-Edda (Gylfaginning und Skáldskaparmál), um 1220 n. Chr.. Liefert die ausführlichste Beschreibung der Funktion der verjüngenden Äpfel, der Entführung Iðunns durch Þjazi und ihrer wundersamen Rettung durch Loki.

Die Mythen

Die Entführung durch Þjazi und die Rettung der Jugend der Götter. Nach der Erzählung in der Skáldskaparmál, die im Gedicht Haustlöng wurzelt, wurde Loki während einer Landreise mit Odin und Hœnir vom Riesen Þjazi gefang…

Kult und Archäologie

Es gibt keine epigraphischen Zeugnisse und keine Hinweise auf rituelle Bauwerke (wie Tempel oder monumentale Altäre), die Iðunn ausschließlich im historischen nordischen Raum geweiht waren.

Ikonografie

Die archaische Ikonographie Iðunns wird in der Skaldendichtung textlich über nützliche Behältnisse und pflanzliche Symbole umrissen: Sie trägt den eski, ein gebogenes zylindrisches Kästchen aus Eschenholz, das für die A…

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Heilige Symbole

Goldene Äpfel, der Korb, der Frühling und die knospenden Blüten

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Familie und Genealogie

Eltern
Ivaldi (alluded to as a maiden of Ivaldi's progeny in the late poem Hrafnagaldr Óðins)
Verbindungen
Bragi (god of poetry and patron of skaldic eloquence in Asgard)

Edda em Prosa (Gylfaginning 26, Skáldskaparmál 1, 2, 22, 32); Edda Poética (Lokasenna 16–18); Haustlöng de Þjóðólfr ór Hvini (c. 900 d.C.); Achado arqueológico do barco de Oseberg (c. 834 d.C.); John Lindow (2001); Rudolf Simek (1993); Margaret Clunies Ross (1994); H. R. Ellis Davidson (1964)

Debatten und Grenzen der Quellen

. In der vergleichenden Mythologie und den indogermanischen Studien haben Forscher wie Rudolf Simek, Margaret Clunies Ross und Gabriel Turville-Petre lebhaft über Herkunft und Typologie der Früchte in Iðunns Obhut debat…

Spätere Rezeption

Die Wiederentdeckung Iðunns im 18. und 19. Jahrhundert inspirierte einen umfangreichen Bestand an Kunstwerken, Opern und Gedichten in Skandinavien und auf dem europäischen Festland.

Belegte Besonderheiten

Die Entdeckung Dutzender makellos erhaltener Wildäpfel in einem Holzeimer im Grab des Osebergschiffs (9. Jahrhundert) lieferte den ersten physischen Beweis für die materielle Verbindung zwischen Äpfeln und skandinavisch…

Reliquien der Macht

Goldene Äpfel Goldene Äpfel, die die ewige Jugend und die Kraft aller Götter Asgards bewahren. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit. Kein historisches Artefakt.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • Snorri Sturluson, The Prose Edda: Gylfaginning (ch. 26) and Skáldskaparmál (chs. 1–2, 22, 32). English translation by Arthur Gilchrist Brodeur (1916), digitized at Sacred Texts. Quelle ansehen
  • Þjóðólfr of Hvinir (Þjóðólfr ór Hvini), Haustlöng: Tenth-Century Skaldic Shield Poem on the Abduction of Iðunn. Critical skaldic stanzas and commentary documented on Wikipedia. Quelle ansehen
  • Anonymous Icelandic Poets, The Poetic Edda: Lokasenna (stanzas 16–18). English translation with explanatory notes by Henry Adams Bellows (1936), Sacred Texts. Quelle ansehen
  • Archaeological Curators at University of Oslo, The Oseberg Ship Burial Grave Goods (Grave Assemblage with Wooden Apple Bucket). Archaeological and historical excavation record documented on Wikipedia. Quelle ansehen

Studien und Literatur

  • Lindow, John, Norse Mythology: A Guide to the Gods, Heroes, Rituals, and Beliefs (Entry on Iðunn). Oxford University Press, 2001. Quelle ansehen
  • Simek, Rudolf, Dictionary of Northern Mythology (Entries on Iðunn, Epli, and Þjazi). D.S. Brewer, 1993.
  • Clunies Ross, Margaret, Prolonged Echoes: Old Norse Myths in Medieval Northern Society (Vol. 1: The Myths). Odense University Press, 1994. Quelle ansehen
  • Davidson, H. R. Ellis, Gods and Myths of Northern Europe (Chapters on Fertility Goddesses and Sacred Apples). Penguin Books, 1964. Quelle ansehen
  • Turville-Petre, E. O. G., Myth and Religion of the North: The Religion of Ancient Scandinavia. Weidenfeld and Nicolson, 1964. Quelle ansehen