Name und Originalsprache
Der polynesische Eigenname Māui ist nahezu allen Zweigen der ozeanischen Sprachen gemeinsam und geht auf die rekonstruierte urpolynesische Form maawui zurück.

Der Trickreiche Halbgott
Mythologische Studie · Deutsch
Überarbeitet am
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Māui (häufig angerufen als Māui-a-kalana auf Hawaii und Māui-tikitiki-a-Taranga in Neuseeland) ist der oberste Kulturheld, Gestaltwandler (kupua) und listige Trickster der gesamten polynesischen Mythologie. Anders als die fernen Himmelsgottheiten, die sich von menschlicher Schwäche fernhalten und strenge Verehrung verlangen, greift Māui unmittelbar in die irdische Ordnung ein; er nutzt scharfen Verstand, magische Gegenstände und kühnen Witz, um die Naturgesetze zum Vorteil der Menschen zu verändern und die Grenzen zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen zu überschreiten. Seine Abenteuer bilden eine der weitverbreitetsten mündlichen Überlieferungen Ozeaniens: Er zog ganze Inseln mit seinem Angelhaken aus Ahnenknochen (Manaiakalani) aus dem Meer, fing auf dem Haleakalā die schnellen Strahlen der Sonne ein, um den Tag zu verlängern, hob das erstickende Himmelsgewölbe empor, entriss den bewachten Vögeln das Geheimnis des Feuers und stellte sich in einem epochalen Unterfangen der Sterblichkeit selbst, indem er die Göttin der Unterwelt Hine-nui-te-pō herausforderte.
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Die polynesischen Götter wurden von den Seefahrern verehrt, die die Inseln des Pazifiks besiedelten, von Hawaii bis Neuseeland und zur Osterinsel. Man ehrte sie auf heiligen Plattformen (Marae) und im Konzept des Mana, der geistigen Kraft. Ihre Mythen, etwa die des Helden Maui, werden noch heute unter Maori und Hawaiianern erzählt.
Auf den Marae, heiligen Steinplattformen, brachten Priester Erstlingsgaben dar und riefen die Götter vor Fischfang und Krieg an. Das Kapu-System (Tabu) regelte, was heilig und verboten war, und auf Hawaii entstand der Hula als religiöser Tanz für Göttinnen wie Pele und Laka.
Der polynesische Eigenname Māui ist nahezu allen Zweigen der ozeanischen Sprachen gemeinsam und geht auf die rekonstruierte urpolynesische Form maawui zurück.
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Māui-tikitiki-a-Taranga Māui vom Haarknoten des Taranga, eine Anspielung auf die Haarhülle, in die seine Mutter ihn ins Meer warf.
Polynesian Mythology, and Ancient Traditional History of the New Zealand Race, 1855. Grundlegende Sammlung von Sir George Grey, die die maorischen Manuskripte von Wiremu Maihi Te Rangikāheke über die Taten Māuis festhäl…
Das Fischen der Inseln mit dem Zauberhaken Manaiakalani. Wie in den polynesischen Überlieferungen von George Grey und William D.
Die religiöse Beziehung der Polynesier zu Māui unterschied sich grundsätzlich vom Kult, der den großen Göttern der Linie von Kū oder Tāne dargebracht wurde.
Die Gestalt Māuis zeigte sich in der materiellen Kultur des Pazifiks in Holzschnitzereien und persönlichen Schmuckstücken.
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Der magische Angelhaken, die Sonnenschlinge, die Feuerflamme und das Kanu
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Kumulipo (Wā 9); Sir George Grey, Polynesian Mythology (1855); W. D. Westervelt, Legends of Ma-ui (1910); Katharine Luomala, Maui-of-a-Thousand-Tricks (1949); Edward Tregear, Comparative Dictionary (1891)
Die ethnologische Einordnung: Gottheit, Halbgott oder listiger Heldentrickster?. Die Anthropologin Katharine Luomala hat in ihrer monumentalen Monografie Maui-of-a-Thousand-Tricks (1949) die ontologische Doppeldeutigkei…
In der Gegenwart des Pazifiks bleibt Māui das einflussreichste und universellste Symbol für Erfindungsgeist, geistige Wendigkeit und indigene Selbstbestimmung.
Die Nordinsel Neuseelands ist im Māori-Sprachgebrauch und in der Überlieferung offiziell als „Te Ika-a-Māui“ bekannt, was wörtlich „Der Fisch Māuis“ bedeutet und auf die alte Sage anspielt, wonach die ganze Insel mit de…
Magischer Angelhaken Mānaiakalani Ein Angelhaken aus verzaubertem Knochen, mit dem er ganze Inseln von des Meeres Grund hob. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit.
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