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CodexMythologia
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Porträt von Neith, ägyptische Gottheit
Ägyptisch

Neith

Die große Mutter von Sais

Bereich
Schöpfung, Krieg und Schutz der Toten
Ausrichtung
Rechtlich neutral
Element
Wasser
Relikt
Schild und gekreuzte Pfeile von Sais
Mit Neith sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

01

In Kürze

Neith (ägyptisch Nit oder Net) ist eine Göttin des westlichen Nildeltas, deren Mittelpunkt die Stadt Sais war. Die gelesenen offenen Quellen zeigen sie in drei einander überschneidenden Rollen: Schutzherrin einer Stadt und ihrer Könige, Mutter des Re und des Sobek und Beschützerin der Toten, eine der vier Göttinnen, die den Sarg und die Kanopenkrüge bewachen. Herodot und Platon nennen sie Athene; Plutarch verzeichnet in Sais eine Statue, deren Inschrift besagt, dass kein Sterblicher den Schleier der Göttin gelüftet hat. Diese Studie trennt, was aus ägyptischen Texten stammt (Pyramidentexte, Streit zwischen Horus und Seth, Statue des Udjahorresnet), von der griechischen Deutung und vermerkt, wo das herangezogene Überblickswerk, Budge von 1904, veraltet ist.

02

Das Volk

Volk
Alte Ägypter
Region
Niltal, Ägypten
Zeitraum
um 3100 v. Chr. – 400 n. Chr.

Die ägyptischen Götter wurden über mehr als drei Jahrtausende an den Ufern des Nils verehrt, mit monumentalen Tempeln in Karnak, Luxor und Heliopolis. Die Pharaonen galten als göttlich, und das Leben drehte sich um die kosmische Ordnung (Maat) und die Vorbereitung auf das Leben nach dem Tod. Der Kult bestand bis zum Aufkommen des Christentums im römischen Ägypten fort.

Beim Opet-Fest fuhr die heilige Barke des Amun von Karnak nach Luxor, zwischen feiernden Menschenmengen. In den Tempeln weckten, kleideten und speisten die Priester jeden Tag die Statue des Gottes, und das Schöne Talfest führte die Gottheiten zum Besuch am Ufer der Toten.

Name und Originalsprache

Die ägyptischen Texte schreiben den Namen Nit oder Net; Budge benutzt beide Formen und die Schreibung Neith, die im Englischen und im Deutschen moderne Konvention ist.

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Belegte Beinamen

Apt-uat, „Öffnerin der Wege“ einer der ältesten Titel der Net; Budge deutet ihn als Zeichen, dass sie ein weibliches Gegenstück zu Anubis war, Führerin auf dem Weg der Toten Budge, The Gods of the Egyptians, Bd.

In den antiken Quellen

Pyramidentexte (Pyramiden des Unas, Teti und Pepi I.), Altes Reich; genaue Datierung in den gelesenen Werken nicht geprüft. Net erscheint neben Tatet, als Mutter des Sobek und als eine der vier Schutzgöttinnen.

Die Mythen

Die Mutter, die die Sonne gebar. Der Kern aller Quellen über Neith ist die Geburt des Re. Budge führt drei Zeugnisse zusammen.

Kult und Archäologie

Mittelpunkt des Kultes war Sais, die Hauptstadt des fünften Gaus von Unterägypten, wo der Tempel der Göttin „Haus der Net“ hieß.

Ikonografie

Die Gestalt, die Budge nach Lanzones Zeichnungen beschreibt, ist die einer Frau mit der roten Krone des Nordens, die in einer Hand ein Zepter und in der anderen das Lebenszeichen hält; manchmal umfasst die Zepterhand au…

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Heilige Symbole

Schild mit zwei gekreuzten Pfeilen, Bogen, rote Krone des Nordens, Zepter und Lebenszeichen

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Familie und Genealogie

Kinder
Re (der Sonnengott, nach der Statue des Udjahorresnet und dem Totenbuch von Net geboren), Sebek (Sobek), „der Sohn der Net“ im Text des Unas

Budge, Gods of the Egyptians, vol. 1 (1904), pp. 450-460 (Unas linhas 597 e 620-627; estátua de Udjahorresnet). Nenhuma obra lida dá pais, irmãos ou consorte a Neith. / No work read gives Neith parents, siblings or a consort.

Debatten und Grenzen der Quellen

Jägerin, Weberin oder Urwasser?. Budge gibt drei Lesarten für den Ursprung der Neith und entscheidet sich für keine fest.

Spätere Rezeption

Für die Griechen war Sais eine Quelle alter Weisheit. Platon lässt Solon die Stadt besuchen und von einem Priester hören, dass die Hellenen immer Kinder seien, weil sie keine Erinnerung an Zeiten vor den Katastrophen be…

Belegte Besonderheiten

Herodot hielt es für einen Scherz, als der Schreiber des Schatzes der Athene in Sais behauptete, die Quellen des Nils zu kennen.

Reliquien der Macht

Schild und gekreuzte Pfeile von Sais Das Emblem der Göttin und der Stadt Sais, ein Schild mit zwei Pfeilen, das den Weg der Lebenden und der Toten bewacht.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • Herodot, Historien, Buch II (Kap. 28, 59, 62, 169, 170, 175). englische Übersetzung von A. D. Godley, Harvard University Press, 1920. Quelle ansehen
  • Platon, Timaeus. englische Übersetzung von B. Jowett, Ausgabe des Project Gutenberg. Quelle ansehen
  • Plutarch, Über Isis und Osiris, Kap. 9 und 62 (Moralia V). englische Übersetzung von F. C. Babbitt, Loeb Classical Library, 1936. Quelle ansehen
  • Papyrus Chester Beatty I, Streit zwischen Horus und Seth (Text und deutsche Übersetzung). Thesaurus Linguae Aegyptiae; englische Übersetzung von M. Lichtheim, Bd. 2, S. 214-223. Quelle ansehen

Studien und Literatur

  • Budge, E. A. Wallis, The Gods of the Egyptians, vol. 1 (pp. 450-460). Methuen, London, 1904. Quelle ansehen
  • Lichtheim, Miriam, Ancient Egyptian Literature, vol. 2: The New Kingdom. University of California Press, Berkeley, 1976. Quelle ansehen
  • Wilkinson, Richard H., The Complete Gods and Goddesses of Ancient Egypt (als Lektüre genannt; in dieser Studie nicht geöffnet). Thames & Hudson, London, 2003.