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CodexMythologia
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Porträt von Rudra, hinduistische Gottheit
Hinduistisch

Rudra

Der Bogenschütze des Sturms

Bereich
Sturm, Krankheit und Heilung
Ausrichtung
Chaotisch neutral
Element
Donner
Relikt
Bogen und Pfeile Rudras
Mit Rudra sprechen

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

01

In Kürze

Rudra ist ein Gott der ältesten Hymnen Indiens, des Rigveda, der in vedischem Sanskrit um 1500–1000 v. Chr. verfasst wurde. Die Dichter beschreiben ihn als Bogenschützen mit geflochtenem Haar, Herrn des Viehs und Vater der Maruts, der Winde des Sturms. Er wird gefürchtet, weil seine Pfeile Krankheit und Tod bringen, und angerufen, weil seine Heilmittel heilen. Unter den 1.028 Hymnen der üblichen Ausgabe des Rigveda sind nur drei ganz ihm gewidmet (1.114, 2.33 und 7.46), und ein vierter (1.43) teilt ihn mit anderen Göttern. Dennoch wächst er in den folgenden Texten: Der Yajurveda versammelt das Shatarudriya, die Litanei der hundert Namen und Formeln Rudras, und die Shvetashvatara-Upanishad (3.2) erklärt, Rudra sei der eine Gott, ohne zweiten. Später bezeichnet der Name Shiva, und Rudra wird einer seiner Haupttitel. Die Primärüberlieferung ist ganz religiös und rituell: Eine ausgedehnte erzählende Mythologie über ihn gibt es in den Hymnen nicht, und die wenigen Erzählungen stehen in den Brahmanas. Diese Studie trennt, was die vedischen Texte behaupten, von dem, was die spätere shivaitische Tradition in sie hineinlas.

02

Das Volk

Volk
Hindu-Völker
Region
Indischer Subkontinent
Zeitraum
um 1500 v. Chr. – Gegenwart

Die hinduistischen Gottheiten werden seit über dreitausend Jahren auf dem indischen Subkontinent verehrt, von den vedischen Hymnen bis zum heute lebendigen Hinduismus. Milliarden Gläubige widmen ihnen Tempel, Feste wie Diwali und Holi sowie tägliche Rituale im Haus. Es ist eine der größten religiösen Traditionen, die heute noch praktiziert werden.

Diwali erleuchtet Indien mit Lampen zu Ehren der Lakshmi, und Holi feiert den Frühling mit Wolken aus buntem Pulver. Beim Kumbh Mela, der größten Pilgerfahrt der Erde, baden Dutzende Millionen in den heiligen Flüssen, und die tägliche Puja bringt Blumen, Räucherwerk und Speisen zu den Altären.

Name und Originalsprache

Rudra ist ein Sanskritwort mit umstrittener Etymologie. Die indische Tradition der Kommentatoren leitet es von der Verbalwurzel rud ab, "weinen, heulen", und das Shatapatha-Brahmana selbst (VI.1.3) verbindet den Namen m…

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Belegte Beinamen

Kapardin Mit geflochtenem oder zum Knoten gewundenem Haar; das älteste Bild des Gottes in den Hymnen. Rigveda 1.114.1.

In den antiken Quellen

Rigveda 1.114, um 1500–1000 v. Chr.. Ein Kutsa Angirasa zugeschriebener Hymnus. Er bittet Rudra, Eltern, Kinder, Vieh und Pferde zu verschonen, und nennt ihn im ersten Vers "mit geflochtenem Haar".

Die Mythen

Das Weinen des Knaben und die acht Namen Rudras. Im Shatapatha-Brahmana (VI.1.3) bringt Prajapati einen Knaben aus dem Feuer hervor, und der Knabe weint, weil er noch keinen Namen hat.

Kult und Archäologie

Der vedische Kult Rudras ist ein Kult der Huldigung und der Fernhaltung. Die Hymnen des Rigveda rufen ihn an, um Gesundheit, gesunde Herden und das Ausbleiben seiner Waffe zu erbitten, und nichts deutet auf einen Tempel…

Ikonografie

Der Veda beschreibt kein festes Bild Rudras, sammelt aber Züge. Er ist braun oder gelbbraun, glänzt wie Gold, trägt goldenen Schmuck (Rigveda 2.33.9–10), hat geflochtenes Haar (1.114.1) und führt Bogen und Pfeile.

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Heilige Symbole

Der Bogen, die Pfeile, das geflochtene Haar, das Vieh und die Heilkräuter

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Familie und Genealogie

Eltern
Heaven and Earth, according to Taittiriya Aranyaka 1.10.1, which names him together with Brihaspati, Prajapati, who brings the boy forth from fire in Shatapatha Brahmana VI.1.3
Geschwister
Ambika, called Rudra's sister in the sacrificial formula (Vajasaneyi Samhita 3.57)
Verbindungen
Prishni, mother of the Maruts in the Vedic hymns (Macdonell, 1897)
Kinder
The Maruts (Rudriyas), gods of wind and storm, called sons of Rudra (Rigveda 2.33.1)

Rigveda (1.43, 1.114, 2.33, 7.46, 7.59.12, 10.92.9); Vajasaneyi Samhita (3.57–61, 16); Taittiriya Samhita (4.5); Taittiriya Aranyaka (1.10.1); Shatapatha Brahmana (II.6.2, VI.1.3); Aitareya Brahmana (III.33); Shvetashvatara Upanishad (3.2, 3.4, 4.12); Macdonell (1897); Kramrisch (1981); Gonda (1970)

Debatten und Grenzen der Quellen

. Die erste Debatte betrifft Rudras Wesen. Ist er ein Gott von Krankheit und Tod oder von Heilung? Die Hymnen zeigen beide Gesichter zusammen: Der Dichter bittet, der Pfeil möge die Seinen nicht treffen, und nennt im se…

Spätere Rezeption

Rudra bleibt, aber ändert die Gestalt. In den Brahmanas ist er eine Form des Feuers und des Sturms; im Shatarudriya erhält er hundert Namen; in der Shvetashvatara-Upanishad ist er der eine Gott.

Belegte Besonderheiten

Der Rigveda hat in der üblichen Ausgabe 1.028 Hymnen, und nur drei sind ganz Rudra gewidmet. Zum Vergleich: Indra erhält etwa 250. Auch mit wenigen Hymnen erscheint Rudra an etwa fünfundsiebzig Stellen.

Reliquien der Macht

Bogen und Pfeile Rudras Der Bogen, dessen Pfeile Krankheit und Tod bringen und den die Hymnen den Gott von seinen Gläubigen abwenden lassen.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • Rigveda (Hymnen: 1.43, 1.114, 2.33, 7.46, 7.59). Übersetzt von Stephanie W. Jamison und Joel P. Brereton, The Rigveda: The Earliest Religious Poetry of India, 3 vols. New York: Oxford University Press, 2014.
  • Rigveda (Sanskrit-Text). van Nooten, Barend A. und Gary B. Holland, Rig Veda: A Metrically Restored Text. Harvard Oriental Series 50. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1994. Übersetzt von Ralph T. H. Griffith, The Hymns of the Rigveda, Benares, 1896: https://www.sacred-texts.com/hin/rigveda/index.htm
  • Vajasaneyi Samhita (Kapitel 3 und 16, Shatarudriya). Übersetzt von Ralph T. H. Griffith, The Texts of the White Yajurveda. Benares: E. J. Lazarus, 1899: https://www.sacred-texts.com/hin/wyv/index.htm
  • Taittiriya Samhita (4.5, Shatarudriya). Übersetzt von Arthur Berriedale Keith, The Veda of the Black Yajus School. Harvard Oriental Series 18–19. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1914.
  • Shatapatha Brahmana (II.6.2; VI.1.3). Übersetzt von Julius Eggeling. Sacred Books of the East, vols. 12 und 41. Oxford: Clarendon Press, 1882 und 1894: https://www.sacred-texts.com/hin/sbe41/index.htm
  • Aitareya Brahmana (III.33). Übersetzt von Arthur Berriedale Keith, Rigveda Brahmanas. Harvard Oriental Series 25. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1920.
  • Shvetashvatara Upanishad (3.2, 3.4, 4.12). Übersetzt von Patrick Olivelle, Upaniṣads. Oxford World's Classics. Oxford: Oxford University Press, 1996.
  • Ashvalayana Grihyasutra (IV.8). Übersetzt von Hermann Oldenberg, Grihya-Sutras, Part I. Sacred Books of the East, vol. 29. Oxford: Clarendon Press, 1886: https://www.sacred-texts.com/hin/sbe29/index.htm

Studien und Literatur

  • Macdonell, Arthur A. Vedic Mythology. Grundriss der indo-arischen Philologie und Altertumskunde III.1A. Strassburg: Karl J. Trübner, 1897.
  • Arbman, Ernst. Rudra: Untersuchungen zum altindischen Glauben und Kultus. Uppsala: Almqvist & Wiksell, 1922.
  • Kramrisch, Stella. The Presence of Śiva. Princeton: Princeton University Press, 1981.
  • Gonda, Jan. Viṣṇuism and Śivaism: A Comparison. London: Athlone Press, 1970.
  • Chakravarti, Mahadev. The Concept of Rudra-Śiva Through The Ages. Delhi: Motilal Banarsidass, 1994.
  • Marshall, John. Mohenjo-daro and the Indus Civilization. London: Arthur Probsthain, 1931.
  • Possehl, Gregory L. The Indus Civilization: A Contemporary Perspective. Walnut Creek, CA: AltaMira Press, 2002.
  • Staal, Frits. Agni: The Vedic Ritual of the Fire Altar, 2 vols. Berkeley: Asian Humanities Press, 1983.