Name und Originalsprache
Das Theonym und kollektive Substantiv Wandjina (Wanjina in der heute von den Gemeinschaften von Mowanjum verwendeten Schreibweise) gehört zum sakralen Wortschatz der worrorranischen Sprachfamilie, die von den Gruppen de…

Die Geister der Wolken
Mythologische Studie · Deutsch
Überarbeitet am
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Wandjina (auch in der modernen indigenen Schreibweise Wanjina) bezeichnet die Gesamtheit der obersten schöpferischen Urahnen, der Geister, die über die Wolken, die Wolkenbrüche und die Fruchtbarkeit herrschen, in der Kosmologie der Völker der Worrorra, Ngarinyin (Ungarinyin) und Wunambal in der Region Kimberley im Nordwesten Westaustraliens. In der urzeitlichen Epoche namens Lalai (die Zeit der Schöpfung oder Traumzeit der Ahnen) durchzogen diese Wesen das Land, formten Sandsteinklippen, Flusstäler und Küsteninseln und legten die zeremoniellen und verwandtschaftlichen Ordnungen des Stammesgebiets (Country) fest. Nach Abschluss ihrer ordnenden Werke ließ sich jeder Wandjina dauerhaft in den Felsunterständen nieder, solange das Relief noch feucht und formbar war; er übertrug seine Silhouette und seinen geistigen Schatten auf die Steinwände, während sein Lebensprinzip in die beständigen Quellen einging oder zum Himmel aufstieg. Das markanteste ikonografische Merkmal der Wandjina ist die Darstellung des Gesichts ohne Mund: Nach den traditionellen Hütern des Gesetzes von Kimberley schützt diese Abwesenheit die Erde vor unaufhörlichen, tödlichen Sintfluten, die die Schöpfung ertränken würden, falls die Wesen die Lippen öffnen könnten, um die himmlischen Wasser freizugeben. Zugleich stehen die Wandjina in enger theologischer Beziehung zur unterirdischen, wasserführenden Regenbogenschlange, die lokal als Wunggurr oder Ungud bekannt ist; beide bilden eine kosmologische Dyade, die die Wasser des Firmaments und die Grundwasserleiter der Erde miteinander verbindet. Das periodische rituelle Nachretuschieren und Übermalen dieser Felsbildtafeln durch die Ältesten jeder Abstammungslinie ist eine ontologische Verpflichtung, um den Zyklus der Sommermonsunregen wieder in Gang zu setzen und die Fortpflanzung der gesamten regionalen Biota zu sichern.
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Die Urwesen der Traumzeit werden von den australischen Aborigines verehrt, möglicherweise der ältesten ununterbrochenen Kultur der Erde. Man glaubt, dass diese Wesen während der Traumzeit die Landschaft, die Gesetze und das Leben schufen. Ihre Geschichten werden in Felsmalereien, Gesängen und Ritualen bewahrt, die seit Jahrzehntausenden weitergegeben werden.
Bei den Corroborees werden in Gesängen und Körperbemalungstänzen die Wanderungen der Traumzeit-Ahnen nachgespielt. Die Songlines, Gesangspfade, bilden das heilige Land aus dem Gedächtnis ab, und Orte wie Uluru bleiben lebendige Heiligtümer unter der Obhut ihrer traditionellen Völker.
Das Theonym und kollektive Substantiv Wandjina (Wanjina in der heute von den Gemeinschaften von Mowanjum verwendeten Schreibweise) gehört zum sakralen Wortschatz der worrorranischen Sprachfamilie, die von den Gruppen de…
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Meister der Wolken und des Regens Ontologische Bezeichnung für die absolute Herrschaft über die Stürme und den jährlichen Monsunregen. Ian M. Crawford, The Art of the Wandjina (1968, Kap.
Journals of Two Expeditions of Discovery in North-West and Western Australia, 1841. Sir George Grey verzeichnet die erste europäische Beobachtung und Skizze von Wandjina-Felsmalereien in der Nähe des Glenelg River im Mä…
Die Missachtung der Dumby-Eule und die große Flut. Gemäß dem paradigmatischen Mythos, den Ian Crawford 1968 festhielt und den die Ngarinyin-Ältesten in Yorro Yorro wiederholten, fingen zwei Kinder in der Nähe des Mount…
Die religiöse Verehrung der Wandjina ist in der rituellen Nachmalung und Auffrischung der bemalten Felsfelder in den Sandsteinunterständen von Kimberley verankert.
Die figürliche Kunst der Wandjina folgt einem klar ausgeprägten, stark formalisierten und in der Felsbildkunst der Aborigines Australiens einzigartigen visuellen Kanon in den Felsunterständen von Kimberley.
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Das mundlose Gesicht, der Blitzhalo, die Wolken und der Monsun
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Ian M. Crawford, The Art of the Wandjina (1968); A. P. Elkin, The Australian Aborigines (1938); David Mowaljarlai & Jutta Malnic, Yorro Yorro (1993); Valda Blundell & Donny Woolagoodja, Keeping the Wanjinas Fresh (2005)
. Die historische und archäologische Forschung hat die kolonialistischen, diffusionistischen Spekulationen des 19. Jahrhunderts über die Herkunft der Wandjina widerlegt.
In den letzten Jahrzehnten ist das geistige und visuelle Erbe der Wandjina zum tragenden Pfeiler der identitären und rechtlichen Selbstbehauptung der Völker des Verbandes Wanjina-Wunggurr geworden.
Die Darstellung und der unbefugte Gebrauch von Wandjina-Bildern außerhalb des traditionellen Kontexts haben in Australien heftige Rechtsstreitigkeiten und Debatten über die kulturelle Aneignung indigenen Wissens ausgelö…
Halo aus Blitz und Regen Der Heiligenschein aus Blitzen und Wolken, der ihre mundlosen Gesichter umgibt und aus dem Sturm und Monsun hervorbrechen.
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