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CodexMythologia
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Porträt von Konohanasakuya-hime, japanische Gottheit
Japanisch

Konohanasakuya-hime

Die Göttin der Blüten und des Berges Fuji

Bereich
Blüten, Vulkane und flüchtiges Leben
Ausrichtung
Neutral und Gut
Element
Erde
Relikt
Die Kirschblüte

Mythologische Studie · Deutsch

Überarbeitet am

01

In Kürze

Konohanasakuya-hime (木花之佐久夜毘売 / 木花開耶姫; ihr vollständiger archaischer Name im Kojiki lautet Kamu-atatsu-hime) ist die shintoistische Göttin, die die vergängliche Schönheit der Kirschblüten, die Fruchtbarkeit des Frühlings und die Vulkane Japans verkörpert. Als oberste Schutzgottheit des Fuji wird sie unter dem heiligen Titel Asama no Okami (浅間大神) verehrt. Sie ist die Tochter des großen Berggottes Oyamatsumi und die Gemahlin des himmlischen Enkels Ninigi-no-Mikoto; ihre mythische Laufbahn ist grundlegend für die heilige japanische Geschichte, überliefert im „Kojiki“ (712 n. Chr.) und im „Nihon Shoki“ (720 n. Chr.). Als ihre ältere Schwester Iwanaga-hime, die Göttin der unvergänglichen Felsen, wegen ihres rauen Äußeren zurückgewiesen wurde, verlor das himmlische Kaiserhaus das ewige Leben und wurde sterblich und vergänglich wie die Blüte der Bäume. Nachdem sie in der ersten Hochzeitsnacht empfangen hatte, wurde Konohanasakuya indirekt der ehelichen Untreue beschuldigt; sie zog sich in eine türlose Geburtshütte zurück und setzte das Bauwerk in Brand, mit dem Schwur, dass die Kinder sterben würden, wenn sie irdischen Göttern entstammten, aber unversehrt überleben würden, wenn sie rechtmäßig aus dem Geschlecht des Ninigi stammten; inmitten des alles verzehrenden Feuers gebar sie die Prinzen Hoderi, Hosuseri und Hoori unversehrt. Hofhistoriker und Annalen wie das „Nihon Sandai Jitsuroku“ belegen, dass der Kaiserhof der Heian-Zeit ihren Kult ab dem 9. Jahrhundert im Fujisan-Hongu-Sengen-Taisha-Schrein förderte, um die verheerenden Ausbrüche des Fuji zu besänftigen; so wurde die anmutige Blumendame zur Göttin, die das Magma zu beruhigen und eine sichere Geburt zu behüten vermag.

02

Das Volk

Volk
Japaner
Region
Japanischer Archipel
Zeitraum
um 500 v. Chr. – Gegenwart

Die Kami des Shintō werden in Japan seit undenklichen Zeiten verehrt, in Tausenden von Schreinen auf dem ganzen Archipel. Die Kaiserfamilie beansprucht direkte Abstammung von der Sonnengöttin Amaterasu, und der Kult lebt neben dem vom Festland gekommenen Buddhismus weiter. Feste (Matsuri) und Reinigungsriten halten diesen Glauben bis heute lebendig.

Die Matsuri füllen die Straßen mit Prozessionen tragbarer Schreine (Mikoshi), Trommeln und Tänzen. Der große Schrein von Ise, Amaterasu geweiht, wird alle zwanzig Jahre neu errichtet, und beim Hatsumōde besuchen Millionen zum Neujahr die Schreine, um Segen zu erbitten.

Name und Originalsprache

Der archaische Theonym Kono-hana-no-sakuya-bime (木花之佐久夜毘売) ist eine klassische poetische Bildung: „kono-hana“ (木花) bezeichnet speziell die Blüte der Laubbäume (in der alten japanischen Dichtung ein Synonym für die wildw…

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Belegte Beinamen

Asama no Okami (浅間大神) Große Gottheit von Asama, der archaische shintoistische liturgische Titel, der den göttlichen Geist und die vulkanische Macht des Fuji verkörpert.

In den antiken Quellen

Kojiki (古事記), 712 n. Chr.. Kaiserliche Chronik, zusammengestellt von O no Yasumaro, die die Vereinigung von Ninigi und Konohanasakuya, die Verbannung Iwanaga-himes und die Prüfung in der brennenden Hütte erzählt.

Die Mythen

Die Begegnung am Kap Kasasa und die Zurückweisung Iwanaga-himes. Das „Kojiki“ berichtet, dass der himmlische Enkel Ninigi-no-Mikoto nach seinem Abstieg zum Gipfel Takachiho in Hyuga an den Stränden des Kaps Kasasa spazi…

Kult und Archäologie

Der Kult um Konohanasakuya-hime in der Gestalt des Asama no Okami ist einer der Grundpfeiler der heiligen Geografie des japanischen Archipels und umfasst ein Netz von über 1.300 Sengen-Schreinen (Asama Jinja), die über…

Ikonografie

In der sakralen shintoistischen Statuarik und den klassischen Holzschnitten der Edo-Zeit wird Konohanasakuya-hime als höchste Verkörperung der idealisierten höfischen Aristokratin der Heian-Zeit dargestellt.

09

Heilige Symbole

Die Kirschblüte, der Berg Fuji, das Feuer der Geburt und das kurze Leben

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Familie und Genealogie

Eltern
Oyamatsumi (sovereign Shinto kami of mountains)
Geschwister
Iwanaga-hime (elder sister, goddess of enduring stone and immutable longevity)
Verbindungen
Ninigi-no-Mikoto (heavenly grandson who descended from heaven in Hyuga province)
Kinder
Hoderi (Umisachihiko, prince of marine fortune and tide master), Hosuseri (prince born amid the vigor of intermediate flames), Hoori (Yamasachihiko / Hikohohodemi, dynastic ancestor of Emperor Jimmu)

Kojiki 1.37-39; Nihon Shoki 2.20-22 (Jindai Ge); Engishiki 9-10 (Jinmyocho)

Debatten und Grenzen der Quellen

Die mythologische These der ursprünglichen Wahl zwischen Stein und Blüte. Philologen und Experten der vergleichenden Mythologie wie Donald L.

Spätere Rezeption

Konohanasakuya-hime nimmt im kollektiven Vorstellungsleben und in der nationalen Identität Japans einen einzigartigen Platz ein, als lebendiges Symbol reiner Schönheit und der Vergänglichkeit des Daseins, Begriffe, die…

Belegte Besonderheiten

Der gesamte Gipfel des Fuji ab der achten Aufstiegsstation (etwa 3.360 Meter Höhe) wird vom Obersten Gerichtshof Japans als Privatbesitz heiligen Bodens anerkannt, der dem Schrein Fujisan Hongu Sengen Taisha gehört.

Reliquien der Macht

Die Kirschblüte Die Kirschblüte, Sinnbild der flüchtigen Schönheit des Lebens und der kurzen Blüte aller Dinge. Sammlerstück aus Codex Mythologia, inspiriert von den Attributen der Gottheit. Kein historisches Artefakt.

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Quellen und Literatur

Primärquellen

  • O no Yasumaro (太安万侶), Kojiki (古事記 / Records of Ancient Matters), Buch 1 (Abschnitte 37 bis 39). Donald L. Philippi, Kojiki: Translated with an Introduction and Notes, Princeton University Press / University of Tokyo Press, 1968. Quelle ansehen
  • Prinz Toneri (舎人親王) et al., Nihon Shoki (日本書紀 / Chronicles of Japan), Buch 2 (Jindai Ge, Abschnitte 20 bis 22). W. G. Aston, Nihongi: Chronicles of Japan from the Earliest Times to A.D. 697, Tuttle Publishing, 1972 (orig. 1896). Quelle ansehen
  • Fujiwara no Tokihira (藤原時平) et al., Nihon Sandai Jitsuroku (日本三代実録), Rolle 9 (Jogan-Ausbruch, 864–865 n. Chr.). Ausgabe Kokushi Taikei, Yoshikawa Kobunkan, Tokio (Aufzeichnungen des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus). Quelle ansehen
  • Fujiwara no Tadahira (藤原忠平) et al., Engishiki (延喜式), Rollen 9 und 10 (Jinmyōchō / Verzeichnis der Gottheiten und Schreine). Felicia G. Bock, Engi-shiki: Procedures of the Engi Era (Bücher VI-X), Sophia University, Tokio, 1972. Quelle ansehen

Studien und Literatur

  • H. Byron Earhart, Mount Fuji: Icon of Japan. University of South Carolina Press, 2015. Quelle ansehen
  • Carmen Blacker, The Catalpa Bow: A Study of Shamanistic Practices in Japan. George Allen & Unwin / Routledge, 1975. Quelle ansehen
  • Allan G. Grapard, Flying Mountains and Walkers of Emptiness: Toward a Definition of Sacred Space in Japanese Religions. History of Religions, University of Chicago Press, 1982. Quelle ansehen
  • Delmer M. Brown, The Cambridge History of Japan, Volume 1: Ancient Japan. Cambridge University Press, 1993. Quelle ansehen
  • Nelly Naumann, Japanese Prehistory: The Material and Spiritual Culture of the Jomon Period. Asiatische Studien / Harrassowitz Verlag, 2000. Quelle ansehen